Warum habe ich solche Angst, Fehler zu machen?

Wenn schon kleine Fehler sich viel größer anfühlen, als sie eigentlich sind

Du schickst eine E-Mail ab und liest sie danach noch einmal.

Dann noch einmal.

Und plötzlich fragst du dich, ob sich irgendwo ein Fehler eingeschlichen hat.

Oder du bereitest dich auf ein Gespräch vor und gehst im Kopf immer wieder durch, was du sagen möchtest. Nicht unbedingt, weil du nicht weißt, was du sagen willst, sondern weil du möglichst vermeiden möchtest, etwas Falsches zu sagen.

Manchmal reicht schon eine kleine Kritik oder ein missverständlicher Kommentar aus, damit du lange darüber nachdenkst.

Was genau habe ich gesagt?
Wie war das gemeint?
Hätte ich anders reagieren sollen?
Was denkt der andere jetzt über mich?

Während andere solche Situationen vielleicht schnell abhaken, beschäftigen sie dich noch Stunden oder sogar Tage.

Die Angst, Fehler zu machen, fällt nach außen häufig gar nicht auf.

Im Gegenteil.

Wer besonders sorgfältig arbeitet, gilt oft als gewissenhaft und zuverlässig. Vielleicht bist du gut vorbereitet, kontrollierst deine Arbeit und denkst vorausschauend.

Das sind zunächst einmal Stärken.

Anstrengend kann es werden, wenn du das Gefühl bekommst, dir möglichst keinen Fehler erlauben zu dürfen.

Wenn ein Fehler plötzlich mehr bedeutet als nur einen Fehler

Natürlich macht niemand gerne Fehler.

Interessant wird deshalb eine andere Frage:

Was bedeutet ein Fehler für dich?

Ist er einfach etwas, das passiert ist und korrigiert werden kann?

Oder beginnt danach sofort eine Bewertung deiner eigenen Person?

„Das hätte mir nicht passieren dürfen.“
„Ich hätte besser aufpassen müssen.“
„Jetzt denken die anderen bestimmt, dass ich unzuverlässig bin.“
„Vielleicht bin ich doch nicht so kompetent, wie alle glauben.“

Dann geht es möglicherweise gar nicht mehr nur um den eigentlichen Fehler.

Plötzlich steht viel mehr auf dem Spiel.

Deine Kompetenz.
Die Meinung anderer.
Dein eigener Anspruch an dich.
Oder das Bild, das du von dir selbst hast.

Welche Bedeutung Fehler für dich bekommen haben, kann ganz unterschiedliche Gründe haben.

Vielleicht verbindest du gute Leistung stark mit Anerkennung.
Vielleicht möchtest du andere nicht enttäuschen.
Vielleicht hast du hohe Ansprüche an dich.
Oder Fehler fühlen sich für dich einfach besonders unangenehm an.

Was davon auf dich zutrifft, lässt sich nicht allgemein beantworten.

Aber es lohnt sich vielleicht, genauer hinzuschauen:

Was glaube ich eigentlich, sagt ein Fehler über mich aus?

Wenn die Angst vor Fehlern immer mehr bestimmt

Vielleicht führt diese Sorge dazu, dass du Aufgaben immer wieder überarbeitest oder Entscheidungen unnötig lange hinauszögerst.

Du kennst Gedanken wie:

„Ich warte lieber noch einen Moment.“
„Ich bin noch nicht ganz fertig.“
„Ich sollte noch einmal darübergehen.“
„Es könnte noch besser werden.“

Was von außen wie besondere Sorgfalt aussieht, kann innerlich mit der Sorge verbunden sein, etwas zu übersehen oder kritisiert zu werden.

Genau hier können Perfektionismus und innerer Druck eine Rolle spielen.

Vielleicht versuchst du nicht einfach nur, etwas besonders gut zu machen.

Vielleicht möchtest du möglichst ausschließen, dass jemand einen Fehler findet.

Wenn du dich darin wiedererkennst, könnte auch mein Artikel „Warum muss ich immer alles perfekt machen?“ interessant für dich sein.

Und irgendwann stellt sich vielleicht die Frage:

Wann ist etwas eigentlich fertig?

Denn wenn theoretisch immer noch etwas verbessert werden könnte, lässt sich beinahe jede Aufgabe weiter kontrollieren und optimieren.

Genau darum geht es auch in meinem Artikel „Wann ist gut eigentlich gut genug?“.

Manchmal verhindert die Angst vor Fehlern genau die Erfahrungen, die wir brauchen

Vielleicht geht die Sorge noch weiter.

Du überarbeitest nicht nur.

Du hältst dich zurück.

Du sprichst eine Idee nicht aus.
Du bewirbst dich nicht.
Du probierst etwas Neues nicht aus.
Oder du wartest darauf, dich endlich sicher genug zu fühlen.

Denn solange du nichts wagst, kannst du dabei auch keinen Fehler machen.

Dann kann aus der Angst vor Fehlern eine innere Blockade werden: Du möchtest eigentlich etwas tun, aber dein eigener Anspruch hält dich davon ab.

Vielleicht spielt dabei auch die Sorge eine Rolle, mit etwas zu scheitern. In meinem Artikel „Warum habe ich solche Angst zu versagen?“ gehe ich genauer auf diesen Gedanken ein.

Fehler gehören zum Lernen und Ausprobieren

Viele Fähigkeiten entwickeln wir nicht dadurch, dass wir von Anfang an alles richtig machen.

Wir probieren aus.
Wir sammeln Erfahrungen.
Wir merken, was funktioniert und was nicht.
Und wir machen Dinge beim nächsten Mal vielleicht anders.

Trotzdem erwarten wir von uns selbst manchmal etwas, das wir von anderen gar nicht verlangen würden.

Vielleicht hilft deshalb eine einfache Frage:

Wie würdest du mit einem Menschen sprechen, der dir wichtig ist, wenn ihm genau derselbe Fehler passiert wäre?

Würdest du sagen:

„Das hätte dir niemals passieren dürfen.“

Oder würdest du die Situation wahrscheinlich etwas anders betrachten?

Vielleicht würdest du sagen:

„Das kann passieren.“
„Du kannst es korrigieren.“
„Beim nächsten Mal weißt du es.“
„Deshalb bist du doch nicht plötzlich unfähig.“

Warum sollte für dich selbst ein anderer Maßstab gelten?

Ein Fehler kann unangenehm sein.
Er kann Konsequenzen haben.
Und manchmal müssen wir Verantwortung dafür übernehmen.

Aber er muss nicht automatisch zu einem Urteil über die eigene Person werden.

Ein Fehler ist etwas, das passiert ist – nicht das, was du bist.

Vielleicht entsteht genau dort etwas mehr Freiheit.

Die Freiheit, Dinge auszuprobieren, obwohl du nicht weißt, ob alles funktioniert.

Die Freiheit, etwas abzugeben, obwohl du theoretisch noch weiter daran arbeiten könntest.

Und die Freiheit, nicht jede Unsicherheit beseitigen zu müssen, bevor du einen Schritt gehst.

Im Coaching können wir gemeinsam genauer hinschauen, warum Fehler für dich eine so große Bedeutung bekommen.

Was befürchtest du, wenn dir ein Fehler passiert?
Was glaubst du, könnten andere dann über dich denken?
Welche Ansprüche stellst du an dich selbst?
Und was würde sich verändern, wenn ein Fehler nicht mehr automatisch deine Kompetenz oder deine eigene Einschätzung infrage stellen würde?

Auch auflösende Hypnose kann im Rahmen meiner Arbeit einen Zugang dazu bieten, Gedanken, Gefühle, innere Bilder und persönliche Erfahrungen genauer wahrzunehmen.

Dabei geht es nicht darum, eine bestimmte Ursache für deine Angst vor Fehlern zu finden oder diese Angst einfach „wegzumachen“.

Vielmehr können wir darauf schauen, was du mit Fehlern, Kritik und Leistung verbindest, welche Erfahrungen oder Überzeugungen dabei möglicherweise eine Rolle spielen und was du für dich daraus erkennen kannst.

Denn vielleicht musst du nicht lernen, keine Fehler mehr zu machen.

Vielleicht geht es vielmehr darum, dir selbst zu erlauben, nicht fehlerlos sein zu müssen.

Du darfst etwas gut machen, ohne es perfekt machen zu müssen.

Was würdest du tun, wenn du keine Angst mehr hättest, Fehler zu machen?

Vielleicht hast du dich in diesem Artikel wiedergefunden.

Wenn du lernen möchtest, den Druck loszulassen und dir selbst mit mehr Gelassenheit zu begegnen, begleite ich dich gerne dabei.

In einem unverbindlichen Erstgespräch lernen wir uns kennen und schauen gemeinsam, welche Unterstützung für dich passend sein könnte.

→ Unverbindliches Erstgespräch vereinbaren