Warum habe ich solche Angst, vor anderen zu sprechen?

Vielleicht kennst du diesen Moment: Du sitzt in einem Meeting, hörst den anderen zu und hast eigentlich etwas zu sagen. Du kennst das Thema, hast eine Idee oder möchtest einen wichtigen Punkt ergänzen. In deinem Kopf klingt alles vollkommen klar. Doch dann müsstest du dich zu Wort melden – und plötzlich verändert sich etwas. Dein Herz schlägt schneller, du wirst unruhig und gehst vielleicht deinen ersten Satz noch einmal im Kopf durch. Du wartest auf den richtigen Moment. Jemand anderes beginnt zu sprechen. Du wartest weiter. Und irgendwann ist das Gespräch beim nächsten Thema angekommen.

Du hast nichts gesagt.

Vielleicht ärgerst du dich danach über dich selbst. Denn eigentlich weißt du, dass du etwas hättest beitragen können. Vielleicht fragst du dich sogar: Warum mache ich das? Ich kann doch reden.

In anderen Situationen funktioniert das schließlich problemlos. Du unterhältst dich mit Freunden, Kollegen oder Kunden, erklärst Dinge und kannst durchaus selbstbewusst auftreten. Doch sobald du das Gefühl hast, dass alle Aufmerksamkeit auf dir liegt, fühlt es sich plötzlich anders an.

Das kann bei einer Präsentation passieren, bei einem Vortrag, in einem Meeting oder bei einer Vorstellungsrunde. Vielleicht auch dann, wenn du bei einer Veranstaltung eine Frage stellen möchtest oder bei einer Feier ein paar Worte sagen sollst. Es ist also häufig gar nicht das Sprechen selbst, das Angst macht.

Es ist der Moment, in dem du dich sichtbar machst.

Denn sobald du vor anderen sprichst, können sie dich wahrnehmen und bewerten. Zumindest kann es sich so anfühlen. Plötzlich hören die anderen scheinbar nicht mehr nur deine Worte. Du hast das Gefühl, dass sie gleichzeitig beobachten, wie sicher du wirkst, wie du sprichst, ob du nervös bist und ob das, was du sagst, wirklich klug genug ist.

Dann tauchen Gedanken auf wie: Was, wenn ich mich verspreche? Was, wenn ich den Faden verliere? Was, wenn meine Stimme zittert? Was, wenn jemand eine Frage stellt, die ich nicht beantworten kann?

Oder vielleicht noch grundlegender: Was denken die anderen über mich? Und damit wird aus einer eigentlich alltäglichen Situation plötzlich eine Art Prüfung. Du möchtest nicht mehr nur etwas erzählen. Du möchtest gleichzeitig kompetent, souverän, sympathisch und sicher wirken.

Das ist eine ganze Menge, die dein Kopf während eines einzigen Satzes kontrollieren soll.

Vielleicht beobachtest du dich deshalb beim Sprechen selbst. Du hörst deine eigene Stimme, bemerkst jede kleine Unsicherheit und registrierst sofort, wenn du nach einem Wort suchst. Gleichzeitig versuchst du möglicherweise noch, die Reaktionen der anderen zu lesen. Warum schaut der so? Ist sie gelangweilt? War das gerade eine dumme Aussage? Warum sagt niemand etwas?

Damit passiert etwas Interessantes: Ein Teil deiner Aufmerksamkeit ist gar nicht mehr bei dem, was du eigentlich sagen möchtest. Er ist bei dir selbst.
Und je stärker du dich beobachtest, desto weniger natürlich kann sich das Sprechen anfühlen.

Vielleicht hast du sogar schon erlebt, dass du dich mit einer einzelnen Person hervorragend über ein Thema unterhalten kannst. Sobald du dasselbe vor zehn Menschen erzählen sollst, fühlst du dich plötzlich unsicher. Deine Kompetenz hat sich in diesen fünf Minuten nicht verändert. Die Situation schon.

Denn jetzt gibt es ein Publikum – und damit möglicherweise das Gefühl, bewertet zu werden.

Gerade wenn dir wichtig ist, was andere über dich denken, kann dieser Moment besonders schwierig sein. Vielleicht möchtest du nicht nur verstanden werden. Du möchtest auch vermeiden, dass jemand dich für unvorbereitet, unsicher oder inkompetent hält. Das kann dazu führen, dass du dir selbst einen Anspruch auferlegst, den du an andere Menschen vermutlich überhaupt nicht stellen würdest.

Wenn ein Kollege während einer Präsentation kurz nach einem Wort sucht, denkst du wahrscheinlich nicht sofort: Der kann überhaupt nichts. Wenn jemand aufgeregt wirkt, heißt das für dich vermutlich auch nicht automatisch, dass diese Person inkompetent ist.

Bei dir selbst gelten plötzlich andere Regeln.

Dann kann ein kleiner Versprecher schon wie ein Fehler wirken. Eine kurze Pause fühlt sich unangenehm lang an. Und eine Frage, auf die du nicht sofort eine Antwort weißt, kann das Gefühl auslösen, dich gerade blamiert zu haben. Wenn du dich darin wiedererkennst, gibt es eine enge Verbindung zum Thema Perfektionismus und Leistungsdruck. Denn manchmal macht uns nicht das Sprechen vor anderen Angst, sondern der Anspruch, dabei möglichst keinen Fehler machen zu dürfen.

Auch die Angst zu versagen kann dahinterstehen. Vielleicht geht es weniger darum, ob deine Präsentation objektiv gut ist, sondern darum, was eine vermeintlich schlechte Präsentation über dich aussagen würde. Bin ich dann überhaupt kompetent genug? Merken die anderen vielleicht, dass ich gar nicht so sicher bin, wie ich wirke? Was, wenn ich ihren Erwartungen nicht entspreche?

Dann bekommt eine einzelne Präsentation plötzlich eine viel größere Bedeutung. Sie wird zu einem Beweis dafür, ob du „gut genug“ bist. Wenn du solche Gedanken kennst, könnte deshalb auch mein Artikel „Warum habe ich solche Angst zu versagen?“ interessant für dich sein.

Manchmal entsteht daraus ein regelrechter Kreislauf. Du hast Angst davor, nervös zu werden und beobachtest deshalb deinen Körper. Du bemerkst, dass dein Herz schneller schlägt und denkst: Oh nein, jetzt werde ich wirklich nervös. Dadurch steigt die Anspannung weiter. Vielleicht wird dein Mund trocken, deine Stimme fühlt sich anders an oder deine Hände beginnen zu zittern.

Und plötzlich geht es gar nicht mehr darum, was du sagen möchtest.

Es geht nur noch darum, bloß nicht nervös zu wirken.

Dabei ist Nervosität vor einer wichtigen Situation zunächst vollkommen menschlich. Sie bedeutet nicht, dass du ungeeignet bist. Sie bedeutet auch nicht, dass andere deine Unsicherheit genauso stark wahrnehmen wie du selbst. Vor allem bedeutet sie nicht, dass du warten musst, bis du überhaupt keine Nervosität mehr spürst, bevor du dich zeigen darfst. Vielleicht liegt genau darin ein wichtiger Unterschied.

Das Ziel muss nicht sein: Ich darf keine Angst haben.

Vielleicht darf der Gedanke stattdessen lauten: Ich darf nervös sein und trotzdem sprechen. Denn Selbstvertrauen entsteht nicht immer zuerst und führt anschließend dazu, dass wir uns etwas trauen. Manchmal funktioniert es genau andersherum. Wir tun etwas trotz Unsicherheit. Wir erleben, dass wir damit umgehen können. Und daraus wächst nach und nach Vertrauen.

Vielleicht meldest du dich beim nächsten Meeting nur einmal zu Wort. Vielleicht hältst du eine Präsentation, obwohl dein Herz am Anfang schneller schlägt. Vielleicht erlaubst du dir eine kurze Pause, wenn du nach einem Gedanken suchst, statt diese Pause sofort als peinlich zu bewerten.

Und vielleicht stellst du irgendwann fest, dass die Menschen vor dir gar nicht darauf warten, dass du einen Fehler machst. Die meisten möchten einfach hören, was du zu sagen hast.

Natürlich können auch frühere Erfahrungen dazu führen, dass sich solche Situationen trotzdem sehr bedrohlich anfühlen. Vielleicht wurdest du einmal ausgelacht, stark kritisiert oder hast dich vor einer Gruppe bloßgestellt gefühlt. Vielleicht hast du früh gelernt, dass Fehler Aufmerksamkeit auf sich ziehen oder dass es besser ist, nicht unangenehm aufzufallen. Dann kann dein heutiger Wunsch, möglichst souverän zu wirken, einen nachvollziehbaren Hintergrund haben.

Im Coaching können wir gemeinsam anschauen, was genau dir am Sprechen vor anderen Angst macht. Ist es die Aufmerksamkeit? Die Bewertung? Die Angst vor einem Fehler? Das Gefühl, nicht kompetent genug zu wirken? Oder die Sorge, dass andere deine Nervosität bemerken könnten?

Auch mit auflösender Hypnose können wir den emotionalen Erfahrungen hinter solchen Reaktionen nachgehen. Denn vielleicht weißt du rational längst, dass eine Präsentation keine Gefahr darstellt – während dein Körper trotzdem reagiert, als müsstest du dich schützen.

Es geht dabei nicht darum, aus dir einen Menschen zu machen, der unbedingt gerne auf jeder Bühne stehen möchte. Vielleicht möchtest du das gar nicht. Es geht darum, dass die Angst nicht darüber entscheidet, wann du dich zeigen und deine Stimme einbringen darfst.

Denn vielleicht musst du nicht vollkommen souverän wirken, damit andere dir zuhören. Du musst nicht jede Frage beantworten können. Du musst nicht fehlerfrei sprechen. Und du musst auch nicht warten, bis deine Nervosität verschwunden ist.

Du darfst mit klopfendem Herzen anfangen. Und trotzdem etwas Wichtiges sagen.

Was würdest du sagen, wenn du für einen Moment nicht darüber nachdenken würdest, wie du dabei wirkst?

Wenn du in Gesprächen eigentlich genau weißt, was du sagen möchtest, aber Präsentationen, Meetings oder das Sprechen vor mehreren Menschen dich immer wieder blockieren, können wir gemeinsam anschauen, was hinter dieser Unsicherheit steckt.

In einem unverbindlichen Erstgespräch lernen wir uns kennen und schauen gemeinsam, welcher Weg für dich passend sein könnte.

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