Warum bleibt für mich selbst immer so wenig übrig?

Vielleicht kennst du Tage, an denen du von morgens bis abends beschäftigt bist. Du arbeitest, organisierst, kümmerst dich, erledigst Dinge und bist für andere da. Am Ende des Tages hast du viel geschafft – und trotzdem bleibt das Gefühl: Für mich selbst war heute eigentlich gar kein Platz.

Vielleicht nimmst du dir schon länger vor, wieder mehr Dinge zu tun, die dir Freude machen oder dir einfach wichtig sind. Du möchtest dich mit jemandem treffen, dich bewegen, etwas Kreatives machen, in Ruhe lesen oder Zeit haben, in der nichts erledigt werden muss. Doch sobald der Alltag beginnt, rutschen genau diese Dinge wieder nach hinten. Nicht unbedingt, weil sie dir unwichtig sind, sondern weil anderes dringender erscheint. So kann aus „Das mache ich später“ irgendwann ein Alltag werden, in dem für dich selbst immer weniger übrig bleibt.

Warum das Eigene so leicht nach hinten rutscht

Viele Aufgaben in unserem Alltag melden sich von selbst. Eine E-Mail muss beantwortet werden, jemand braucht Unterstützung, ein Termin steht an, bei der Arbeit gibt es etwas zu erledigen und zu Hause wartet ebenfalls genug. Die eigenen Wünsche sind häufig weniger laut. Niemand erinnert dich daran, dass du schon lange etwas machen wolltest, das dir Freude bereitet. Es gibt keine Deadline dafür, einen Nachmittag für dich zu haben, jemanden zu treffen, den du gerne siehst, oder dich mit etwas zu beschäftigen, das dich einfach interessiert.

So kann das Dringende immer wieder das verdrängen, was dir persönlich wichtig ist. Besonders leicht passiert das vielleicht, wenn du gerne Verantwortung übernimmst, zuverlässig sein möchtest oder es gewohnt bist, Dinge erst einmal zu erledigen. Daran ist grundsätzlich nichts falsch. Interessant wird es dort, wo das Eigene dauerhaft nur noch dann stattfinden darf, wenn vorher alles andere erledigt ist. Denn dieser Moment kommt im wirklichen Leben erstaunlich selten.

Vielleicht kennst du den Gedanken, dass du dir wieder mehr Zeit für dich nehmen wirst, sobald diese Woche vorbei, das Projekt abgeschlossen oder zu Hause endlich alles erledigt ist. Doch häufig kommt danach schon die nächste Aufgabe. So entsteht unbemerkt eine Reihenfolge, in der das Eigene immer wieder nach hinten rutscht – nicht weil es unwichtig wäre, sondern weil andere Dinge dringender erscheinen.

Für dich da zu sein bedeutet nicht, andere weniger wichtig zu nehmen

Es wäre unrealistisch, die eigenen Bedürfnisse immer an die erste Stelle setzen zu wollen. Manchmal braucht ein anderer Mensch tatsächlich Unterstützung. Manchmal verlangt der Beruf viel Aufmerksamkeit und manchmal gibt es Phasen im Leben, in denen für bestimmte Dinge schlicht weniger Zeit bleibt. Die Frage ist deshalb nicht, ob du dich gelegentlich zurückstellst, sondern welchen Platz deine eigenen Wünsche über längere Zeit überhaupt bekommen.

Vielleicht fragst du bei Entscheidungen ganz selbstverständlich zuerst, was notwendig ist, was andere brauchen oder was von dir erwartet wird. Erst danach kommt die Frage, was eigentlich für dich passt. Wenn das häufig so ist, kann es passieren, dass du viel Zeit und Kraft in Dinge investierst, die wichtig oder notwendig sind, während das, was dir selbst etwas gibt, immer weniger Raum bekommt.

Das hängt auch mit den Erwartungen zusammen, die wir tatsächlich oder vermeintlich erfüllen möchten. Wenn du dich darin wiedererkennst, kann mein Artikel „Wie viel Kraft kostet es, ständig die Erwartungen anderer zu erfüllen?“ diesen Gedanken noch einmal aus einer anderen Perspektive beleuchten.

Was fehlt dir eigentlich in deinem Alltag?

Manchmal merken wir deutlich, dass uns etwas fehlt, können aber gar nicht genau sagen, was. Dann denken wir vielleicht zuerst an Urlaub, Ruhe oder einfach ein Wochenende ohne Verpflichtungen. Das kann genau das Richtige sein. Es kann sich aber auch lohnen, etwas genauer hinzuschauen: Geht es wirklich nur darum, weniger zu tun – oder fehlt in deinem Alltag auch etwas, das dir persönlich etwas gibt?

Vielleicht möchtest du wieder mehr Zeit mit bestimmten Menschen verbringen, mehr Bewegung oder Natur in deinem Leben haben, etwas Kreatives machen, Neues kennenlernen oder einfach häufiger etwas tun, auf das du dich freust. Vielleicht fehlt dir Ruhe. Vielleicht fehlt dir gerade das Gegenteil: Abwechslung, Neugier oder Herausforderung. Was einem Menschen etwas gibt, muss für einen anderen überhaupt nicht passen.

Und vielleicht weißt du im Moment gar nicht genau, was du vermisst. Gerade wenn der Alltag lange von Aufgaben, Verpflichtungen und den Bedürfnissen anderer bestimmt war, kann die Frage nach den eigenen Wünschen überraschend schwierig werden. Dann muss die Antwort nicht sofort ein neues Hobby, ein großer Traum oder eine grundlegende Veränderung sein. Es kann zunächst reichen, wieder genauer wahrzunehmen, worauf du dich freust, was dich interessiert und wann du das Gefühl hast: Das hier möchte ich eigentlich häufiger in meinem Leben haben.

Wenn die Frage „Was möchte ich eigentlich?“ grundsätzlich schwierig geworden ist, berührt das auch das Thema Orientierung & eigener Weg. Denn manchmal geht es zunächst gar nicht darum, etwas Großes zu verändern, sondern die eigenen Wünsche wieder deutlicher wahrzunehmen.

Es geht nicht nur darum, weniger zu tun

Beim Thema Energie & Lebendigkeit denken wir schnell darüber nach, was weniger werden müsste: weniger Termine, weniger Verpflichtungen, weniger Stress. Das kann wichtig sein. Gleichzeitig gibt es noch eine andere Seite: Was dürfte wieder mehr werden?

Denn ein Alltag wird nicht automatisch erfüllender, nur weil einige Aufgaben wegfallen. Vielleicht entsteht dadurch zunächst freie Zeit. Die interessantere Frage ist, womit du diese Zeit füllen möchtest. Was gibt dir etwas zurück? Was interessiert dich? Was möchtest du erleben, gestalten oder wieder häufiger tun?

Es geht deshalb nicht darum, deinen Alltag um möglichst viele angenehme Aktivitäten zu erweitern und damit eine neue To-do-Liste zu schaffen. Vielleicht geht es vielmehr darum, bei all den Dingen, die ihren Platz in deinem Leben haben, auch das Eigene nicht immer nur in die verbleibenden Lücken zu schieben.

Was Coaching und Hypnose damit zu tun haben können

Im Coaching können wir gemeinsam betrachten, was in deinem Alltag viel Raum einnimmt, wo deine eigenen Wünsche immer wieder zurückstehen und was du vielleicht gerne anders gestalten möchtest. Dabei geht es nicht darum, dich grundsätzlich an die erste Stelle zu setzen oder weniger Verantwortung zu übernehmen. Es geht darum, herauszufinden, welchen Platz deine eigenen Bedürfnisse und Interessen neben all den anderen Dingen in deinem Leben bekommen sollen.

Auch auflösende Hypnose kann im Rahmen meiner Arbeit einen Zugang dazu bieten, Gedanken, Gefühle, innere Bilder und persönliche Erfahrungen genauer wahrzunehmen. Dabei geht es nicht darum, eine bestimmte Ursache dafür finden zu müssen, warum du dich vielleicht häufig zurückstellst. Vielmehr können wir anschauen, was du mit Verantwortung, Erwartungen und deinen eigenen Bedürfnissen verbindest und was du für dich daraus erkennen kannst.

Was dürfte in deinem Leben wieder mehr Platz bekommen?

Vielleicht musst du nicht plötzlich weniger Verantwortung übernehmen oder dein Leben komplett verändern. Vielleicht beginnt es damit, genauer hinzuschauen, ob die Dinge, die dir selbst wichtig sind, überhaupt einen Platz in deinem Alltag bekommen – oder ob sie immer auf die Zeit warten müssen, die irgendwann einmal übrig bleibt.

Denn vielleicht geht es gar nicht darum, dich wichtiger zu nehmen als alle anderen. Sondern darum, dich selbst nicht dauerhaft aus deinem eigenen Leben herauszuplanen.

Was dürfte in deinem Leben wieder mehr Platz bekommen?

Wenn du merkst, dass du zuverlässig für vieles und viele da bist, deine eigenen Wünsche aber immer wieder nach hinten rutschen, können wir gemeinsam genauer hinschauen, was dir wichtig ist und wovon du wieder mehr in deinem Leben haben möchtest.

In einem unverbindlichen Erstgespräch lernen wir uns kennen und schauen gemeinsam, welcher Weg für dich passend sein könnte.

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