
Was, wenn ich gar nicht mehr weiß, was mir Freude macht?
Vielleicht wirst du gefragt, was dir eigentlich Freude macht – und merkst, dass dir darauf gar keine richtige Antwort einfällt. Natürlich gibt es Dinge, die du gerne machst. Aber was begeistert dich? Worauf freust du dich? Was möchtest du unbedingt wieder einmal tun? Vielleicht ist es erstaunlich still, wenn du versuchst, diese Fragen zu beantworten.
Das kann irritierend sein. Besonders dann, wenn du dich daran erinnerst, dass es früher einmal anders war. Vielleicht hattest du Interessen, Ideen oder Dinge, auf die du dich gefreut hast. Heute besteht dein Alltag dagegen vor allem aus dem, was getan werden muss. Er funktioniert – aber die Frage danach, was dir selbst Freude macht oder dir etwas gibt, ist irgendwann in den Hintergrund geraten.
Vielleicht musst du dann nicht sofort herausfinden, was dich glücklich macht. Vielleicht darf die Suche viel kleiner beginnen.
Wenn die eigenen Wünsche kaum noch vorkommen
Manchmal gibt es gar keinen bestimmten Moment, an dem wir den Kontakt zu unseren eigenen Interessen verlieren. Das Leben verändert sich, Verantwortung nimmt mehr Raum ein, Arbeit, Familie und Verpflichtungen bestimmen den Alltag. Vieles davon kann wichtig und auch gewollt sein. Trotzdem kann irgendwann auffallen, dass man sehr genau weiß, was als Nächstes erledigt werden muss – aber deutlich weniger genau, worauf man eigentlich selbst Lust hätte.
Vielleicht hast du dich auch lange stark an dem orientiert, was andere brauchen oder was von dir erwartet wird. Dann wird die Aufmerksamkeit automatisch häufig nach außen gelenkt. Mein Artikel „Wie viel Kraft kostet es, ständig die Erwartungen anderer zu erfüllen?“ beschäftigt sich genau mit dieser Seite. Und auch wenn ein Nein schwerfällt, kann das dazu führen, dass die eigenen Wünsche im Alltag weniger Raum bekommen.
Das bedeutet nicht automatisch, dass du dich selbst verloren hast oder etwas Grundlegendes falsch läuft. Vielleicht hast du nur lange wenig Anlass gehabt, dich zu fragen, was du möchtest, wenn gerade einmal niemand etwas von dir braucht.
Du musst nicht gleich deine große Leidenschaft finden
Die Frage „Was macht mir Freude?“ kann erstaunlich viel Druck erzeugen. Plötzlich scheint es, als müsste es eine Leidenschaft geben, für die man brennt, ein Hobby, das einen erfüllt, oder etwas Besonderes, das dem Leben wieder mehr Farbe gibt. Wenn einem darauf nichts einfällt, kann schnell die nächste Frage entstehen: Warum habe ich so etwas nicht?
Vielleicht ist die Suche nach der großen Antwort aber gar nicht notwendig. Freude muss nicht immer Begeisterung bedeuten. Manchmal beginnt sie viel unspektakulärer: mit Interesse, Neugier oder dem Gedanken „Das würde ich gerne einmal ausprobieren.“ Vielleicht bleibst du bei einem Thema hängen, über das du mehr erfahren möchtest. Du hörst ein Lied und möchtest wieder häufiger Musik hören. Du siehst jemanden etwas gestalten und denkst, dass du darauf auch einmal Lust hättest. Oder du merkst nach einem Gespräch, einem Spaziergang oder einem Nachmittag an einem bestimmten Ort, dass dir diese Zeit gutgetan hat.
Solche kleinen Reaktionen wirken vielleicht zunächst unbedeutend. Aber gerade wenn du nicht mehr genau weißt, was dir Freude macht, können sie interessanter sein als die große Frage nach dem, was dich „wirklich erfüllt“.
Vielleicht passt heute etwas anderes zu dir als früher
Ein naheliegender Gedanke ist, sich daran zu erinnern, was früher Freude gemacht hat. Das kann hilfreich sein. Vielleicht hast du gerne gemalt, getanzt, gelesen, Sport gemacht, Musik gehört, gekocht, fotografiert oder viel Zeit mit bestimmten Menschen verbracht. Dabei muss die Konsequenz aber nicht sein, genau diese Dinge wieder aufzunehmen.
Du bist heute nicht mehr derselbe Mensch wie vor zehn oder zwanzig Jahren. Dein Leben hat sich verändert, deine Interessen können sich verändert haben und vielleicht passt manches, was früher wichtig war, heute einfach nicht mehr zu dir. Dann geht es nicht darum, das frühere Lebensgefühl zurückzuholen, sondern neugierig darauf zu werden, was heute zu dir passen könnte.
Genau hier berührt das Thema auch Orientierung & eigener Weg. Denn die Frage nach dem eigenen Weg betrifft nicht nur große Entscheidungen wie Beruf oder Partnerschaft. Sie kann genauso bedeuten, herauszufinden, wie du deinen Alltag gestalten möchtest und wofür du deine Zeit verwenden willst.
Freude lässt sich manchmal eher entdecken als planen
Wenn du nicht weißt, was dir Freude macht, hilft es vielleicht wenig, noch länger darüber nachzudenken. Manche Antworten entstehen erst dadurch, dass wir Erfahrungen machen. Du musst dafür nicht gleich ein neues Hobby finden oder dein Leben verändern. Vielleicht kannst du etwas ausprobieren, das dich ein wenig neugierig macht, einen anderen Weg gehen, einen neuen Ort besuchen, wieder Kontakt zu jemandem aufnehmen oder etwas tun, das du normalerweise nicht tun würdest.
Entscheidend ist dabei nicht, dass daraus etwas Dauerhaftes entstehen muss. Vielleicht stellst du fest, dass es überhaupt nicht deins ist. Auch das ist eine Erkenntnis. Du musst aus jedem Versuch kein neues Interesse entwickeln und schon gar nicht die nächste Verpflichtung machen.
Vielleicht kannst du stattdessen anfangen, genauer auf deine Reaktionen zu achten: Was zieht deine Aufmerksamkeit an? Wobei möchtest du länger bleiben? Was macht dich neugierig? Nach welchen Situationen denkst du: Das würde ich gerne wieder machen? So kann die Frage nach Freude langsam konkreter werden, ohne dass du die Antwort vorher schon kennen musst.
Wenn über längere Zeit gar nichts mehr Freude macht
Es gibt allerdings einen wichtigen Unterschied zwischen „Ich weiß gerade nicht mehr richtig, was mir Freude macht“ und dem Gefühl, über längere Zeit überhaupt keine Freude oder kein Interesse mehr empfinden zu können. Wenn du eine solche Veränderung bei dir bemerkst, insbesondere wenn weitere psychische oder körperliche Beschwerden hinzukommen, sollte das ärztlich oder psychotherapeutisch abgeklärt werden.
Coaching und Hypnose ersetzen keine medizinische oder psychotherapeutische Diagnostik oder Behandlung. In meiner Arbeit geht es um eine andere Situation: Du funktionierst im Alltag, möchtest aber genauer hinschauen, was dir persönlich wichtig ist, was dir vielleicht fehlt und wovon du wieder mehr in deinem Leben haben möchtest.
Was Coaching und Hypnose damit zu tun haben können
Im Coaching können wir gemeinsam betrachten, wie dein Alltag heute aussieht, was darin viel Raum bekommt und wo deine eigenen Interessen und Wünsche vielleicht weniger geworden sind. Dabei muss am Ende keine große neue Lebensaufgabe stehen. Vielleicht entsteht zunächst einfach mehr Klarheit darüber, was du ausprobieren möchtest, was dir wichtig ist oder was wieder mehr Platz bekommen darf.
Auch auflösende Hypnose kann im Rahmen meiner Arbeit einen Zugang dazu bieten, Gedanken, Gefühle, innere Bilder und persönliche Erfahrungen genauer wahrzunehmen. Dabei geht es nicht darum, in der Hypnose herauszufinden, was dich „wirklich glücklich macht“ oder eine verborgene Antwort zu finden. Vielmehr können wir anschauen, was du mit deinen Wünschen, Interessen und möglichen Veränderungen verbindest und was du für dich daraus erkennen kannst.
Vielleicht beginnt es mit Neugier
Wenn du heute nicht weißt, was dir Freude macht, musst du diese Frage nicht sofort beantworten können. Vielleicht kannst du zunächst beobachten, was deine Aufmerksamkeit weckt, was sich angenehm anfühlt, worauf du dich ein wenig freust oder was du gerne einmal ausprobieren würdest.
Genau darin liegt für mich ein wichtiger Teil von Energie & Lebendigkeit: nicht nur zu schauen, was Kraft kostet, sondern auch wieder wahrzunehmen, was Interesse, Freude und Lebendigkeit in den eigenen Alltag bringen könnte.
Vielleicht musst du nicht sofort wissen, was dir Freude macht. Vielleicht darfst du zunächst wieder neugierig darauf werden.
Was weckt eigentlich noch deine Neugier?
Wenn du merkst, dass dein Alltag funktioniert, du aber kaum noch weißt, was dir selbst Freude macht oder dich interessiert, können wir gemeinsam genauer hinschauen, was heute zu dir passt und was wieder mehr Raum bekommen darf.
In einem unverbindlichen Erstgespräch lernen wir uns kennen und schauen gemeinsam, welcher Weg für dich passend sein könnte.









