
Warum vergleiche ich mich ständig mit anderen?
Vielleicht kennst du solche Momente:
Du scrollst durch Instagram oder LinkedIn und plötzlich scheint es, als hätten alle anderen ihr Leben im Griff.
Jemand ist beruflich erfolgreicher.
Jemand tritt selbstbewusster auf.
Jemand reist mehr, verdient mehr, sieht besser aus oder scheint einfach entspannter durchs Leben zu gehen.
Und obwohl du weißt, dass du nur einen kleinen Ausschnitt aus dem Leben dieser Menschen siehst, passiert es trotzdem:
Du vergleichst.
Plötzlich wirken die eigenen Erfolge kleiner.
Das, was dir fehlt, wird größer.
Und vielleicht taucht irgendwann dieser Gedanke auf:
„Warum bin ich noch nicht so weit?“
Sich mit anderen zu vergleichen ist zunächst einmal nichts Ungewöhnliches.
Interessant wird es, wenn der Vergleich immer wieder dazu führt, dass du dich selbst infrage stellst oder deinen eigenen Weg aus den Augen verlierst.
Was vergleichst du eigentlich miteinander?
Vielleicht liegt genau hier eines der Probleme.
Von dir selbst kennst du das ganze Bild.
Du kennst deine Zweifel.
Deine Fehler.
Deine Umwege.
Die Entscheidungen, bei denen du dir unsicher warst.
Die Tage, an denen nichts funktioniert hat.
Bei anderen Menschen siehst du häufig nur einen Ausschnitt.
Das Ergebnis.
Den Erfolg.
Den Auftritt.
Das Foto.
Die neue Position.
Die schöne Reise.
Das fertige Projekt.
Du vergleichst also möglicherweise dein eigenes Innenleben mit dem sichtbaren Ausschnitt eines anderen Menschen.
Und dieser Vergleich kann kaum vollständig sein.
Das gilt nicht nur für soziale Medien.
Auch im Beruf, im Freundeskreis oder innerhalb der Familie wissen wir häufig viel weniger über das Leben anderer Menschen, als wir glauben.
Warum sehen wir bei anderen so schnell das, was uns selbst fehlt?
Vielleicht ist jemand besonders selbstbewusst und du denkst:
„So müsste ich auch sein.“
Jemand ist beruflich erfolgreich und du fragst dich:
„Warum bin ich noch nicht weiter?“
Jemand scheint genau zu wissen, was er möchte, während du selbst noch suchst.
Dann kann der Vergleich etwas Interessantes sichtbar machen.
Was genau bewunderst du an diesem Menschen?
Ist es wirklich sein Leben, das du möchtest?
Oder steht das, was du siehst, vielleicht für etwas, das dir selbst wichtig ist?
Freiheit?
Sicherheit?
Anerkennung?
Mut?
Erfolg?
Gelassenheit?
Unabhängigkeit?
Vielleicht muss die Frage deshalb nicht immer lauten:
„Warum bin ich nicht so wie dieser Mensch?“
Sondern:
„Was genau berührt mich daran – und was sagt mir das über meine eigenen Wünsche?“
Wenn aus Orientierung eine Bewertung wird
Ein Vergleich kann durchaus hilfreich sein.
Andere Menschen können uns inspirieren.
Sie können uns zeigen, was möglich ist.
Oder uns auf Ideen bringen, auf die wir selbst noch nicht gekommen wären.
Schwierig wird es, wenn aus:
„Das finde ich interessant.“
automatisch wird:
„So müsste ich auch sein.“
Dann wird aus dem Vergleich eine Bewertung.
Der andere ist weiter.
Erfolgreicher.
Mutiger.
Attraktiver.
Disziplinierter.
Und du bist scheinbar immer die Person, bei der noch etwas fehlt.
Wenn du dich häufig auf diese Weise selbst infrage stellst, könnte auch mein Artikel „Warum zweifle ich ständig an mir selbst?“ interessant für dich sein.
Vielleicht entsteht irgendwann sogar das grundsätzliche Gefühl, nicht zu genügen.
Darum geht es in meinem Artikel „Warum fühle ich mich nie gut genug?“.
Perfektionismus findet immer jemanden, der besser ist
Vielleicht stellst du ohnehin hohe Ansprüche an dich.
Du möchtest etwas besonders gut machen.
Du möchtest keine Fehler machen.
Oder du hast genaue Vorstellungen davon, wo du eigentlich schon sein solltest.
Dann liefert dir der Vergleich mit anderen ständig neue Maßstäbe.
Kaum hast du etwas erreicht, siehst du jemanden, der scheinbar schon weiter ist.
Kaum bist du mit etwas zufrieden, entdeckst du eine Person, die es vermeintlich noch besser macht.
Dann verschiebt sich die Messlatte immer wieder.
Wenn dir das bekannt vorkommt, können auch Perfektionismus und innerer Druck eine Rolle spielen.
Denn wenn dein Maßstab immer der Mensch ist, der in einem bestimmten Bereich gerade mehr erreicht hat als du, wird es schwierig, mit dem eigenen Stand zufrieden zu sein.
Was bedeutet eigentlich „weiter sein“?
Vielleicht lohnt sich noch eine andere Frage.
Wenn du denkst:
„Andere sind schon viel weiter als ich.“
Weiter wohin?
Vielleicht hat jemand eine höhere berufliche Position.
Aber möchtest du diese Position überhaupt?
Vielleicht besitzt jemand ein größeres Haus.
Aber wäre ein größeres Haus für dich tatsächlich wichtig?
Vielleicht arbeitet jemand zwölf Stunden am Tag und ist beruflich sehr erfolgreich.
Aber möchtest du dein Leben genauso gestalten?
Vielleicht lebt jemand ganz anders als du und wirkt dabei glücklich.
Aber passt dieses Leben deshalb auch zu dir?
Wir können uns mit einem Maßstab vergleichen, ohne jemals zu prüfen, ob dieser Maßstab überhaupt unser eigener ist.
Und genau deshalb kann ständiges Vergleichen irgendwann vom eigenen Weg wegführen.
Vielleicht lautet die wichtigere Frage nicht:
„Wie schneide ich im Vergleich zu anderen ab?“
Sondern:
„Entspricht das Leben, das ich führe, eigentlich dem, was mir wichtig ist?“
Du darfst anerkennen, was andere können – ohne dich deshalb kleiner zu machen
Vielleicht bewunderst du jemanden.
Das ist völlig in Ordnung.
Jemand kann etwas besser können als du.
Jemand kann erfolgreicher sein.
Mehr Erfahrung haben.
Mutiger auftreten.
Oder etwas erreicht haben, das du selbst gerne erreichen möchtest.
Nichts davon macht deine eigenen Fähigkeiten oder Erfahrungen automatisch weniger wertvoll.
Vielleicht darf beides gleichzeitig wahr sein:
„Ich finde beeindruckend, was dieser Mensch kann.“
Und:
„Das sagt nichts darüber aus, was ich selbst wert bin oder was mein eigener Weg sein muss.“
Wenn du merkst, dass du deine eigenen Leistungen im Vergleich besonders schnell herunterspielst, könnte deshalb auch mein Artikel „Warum mache ich mich selbst immer klein?“ interessant für dich sein.
Was wäre dein Maßstab, wenn du dich nicht vergleichen könntest?
Vielleicht ist das eine spannende Vorstellung:
Du könntest für einen Moment nicht sehen, was andere verdienen.
Welche Position sie haben.
Wie sie aussehen.
Wie sie wohnen.
Was sie erreicht haben.
Was würden dann deine eigenen Maßstäbe sein?
Was wäre dir wichtig?
Was würdest du gerne können, erleben oder verändern?
Was bedeutet Erfolg für dich?
Wie möchtest du deinen Alltag gestalten?
Und woran würdest du erkennen, dass dein Leben zu dir passt?
Vielleicht bringt dich diese Frage näher zu dir als jeder Vergleich:
„Was möchte eigentlich ich?“
Den Vergleich verstehen – statt ihn einfach verbieten zu wollen
Im Coaching geht es deshalb nicht darum, dir zu sagen, dass du dich einfach nicht mehr mit anderen vergleichen sollst.
Interessanter sind für mich Fragen wie:
Mit wem vergleichst du dich besonders häufig?
Was genau bewunderst oder beneidest du?
Was glaubst du dadurch über dich selbst?
Welche Maßstäbe legst du an dein eigenes Leben an?
Und sind diese Maßstäbe eigentlich wirklich deine?
Auch auflösende Hypnose kann im Rahmen meiner Arbeit einen Zugang dazu bieten, Gedanken, Gefühle, innere Bilder und persönliche Erfahrungen genauer wahrzunehmen.
Dabei geht es nicht darum, in der Hypnose eine bestimmte Ursache dafür zu finden, warum du dich mit anderen vergleichst, oder dir einzureden, dass Vergleiche grundsätzlich schlecht sind.
Vielmehr können wir darauf schauen, was bestimmte Vergleiche in dir auslösen, was du damit verbindest, welche Erfahrungen oder Überzeugungen dabei möglicherweise eine Rolle spielen und was du für dich daraus erkennen kannst.
Denn vielleicht musst du gar nicht aufhören, andere Menschen wahrzunehmen.
Vielleicht darfst du nur wieder stärker darauf achten, nach welchem Maßstab du dein eigenes Leben beurteilen möchtest.
Möchtest du darüber sprechen?
Vielleicht hast du dich in diesem Artikel wiedergefunden. Manchmal reicht das Wissen allein nicht aus, um alte Muster zu verändern. Ein persönliches Gespräch kann dabei helfen, die eigenen Gedanken zu sortieren und neue Perspektiven zu entwickeln.
Wenn du herausfinden möchtest, wie ich dich dabei begleiten kann, freue ich mich darauf, dich in einem unverbindlichen Erstgespräch kennenzulernen.









