
Warum gerate ich immer wieder an Menschen, die mir nicht guttun?
Vielleicht hast du dir diese Frage schon einmal gestellt.
Nach einer Freundschaft, die dich viel Kraft gekostet hat.
Nach einer Partnerschaft, in der du deine eigenen Bedürfnisse immer weiter zurückgestellt hast.
Oder nach einer Begegnung, bei der du dir irgendwann vorgenommen hattest:
„So etwas passiert mir nicht noch einmal.“
Und trotzdem stehst du einige Zeit später wieder an einem ähnlichen Punkt.
Vielleicht begegnen dir Menschen, bei denen du sehr viel gibst und wenig zurückbekommst.
Vielleicht übernimmst du schnell Verantwortung für die Stimmung oder die Bedürfnisse des anderen.
Vielleicht merkst du erst spät, dass dir eine Beziehung oder Freundschaft eigentlich nicht guttut.
Und irgendwann entsteht die Frage:
Warum passiert mir das immer wieder?
Wenn sich ähnliche Situationen wiederholen
Wenn wir von wiederkehrenden Mustern sprechen, bedeutet das nicht automatisch, dass du dir immer wieder bewusst den „falschen“ Menschen aussuchst.
Interessanter ist zunächst die Frage:
Was genau wiederholt sich eigentlich?
Sind es wirklich immer ähnliche Menschen?
Oder wiederholt sich vielleicht etwas darin, wie du dich in Beziehungen verhältst?
Vielleicht stellst du deine Bedürfnisse schnell zurück.
Vielleicht entschuldigst du Verhalten lange.
Vielleicht hoffst du darauf, dass sich etwas noch verändern wird.
Vielleicht fällt es dir schwer, eine Grenze zu setzen.
Oder du merkst zwar früh, dass sich etwas für dich nicht richtig anfühlt – nimmst dieses Gefühl aber zunächst nicht ernst.
Das bedeutet nicht, dass du für das Verhalten anderer Menschen verantwortlich bist.
Wie jemand anderes mit dir umgeht, liegt in seiner Verantwortung.
Aber du kannst genauer anschauen, was du selbst in solchen Situationen tust, hinnimmst oder vielleicht immer wieder zurückstellst.
Warum fällt es manchmal so schwer, die eigenen Grenzen ernst zu nehmen?
Vielleicht weißt du eigentlich ziemlich genau, wann dir etwas zu viel wird.
Und trotzdem sagst du nichts.
Du möchtest keinen Streit.
Du möchtest den anderen nicht enttäuschen.
Du möchtest verständnisvoll sein.
Du willst nicht egoistisch wirken.
Oder du hoffst, dass sich die Situation von selbst wieder verändert.
Wenn dir das bekannt vorkommt, könnte auch mein Artikel „Warum kann ich nicht Nein sagen?“ interessant für dich sein.
Vielleicht kennst du außerdem das schlechte Gewissen, das entstehen kann, sobald du deine eigenen Bedürfnisse wichtiger nimmst.
Darum geht es auch in meinem Artikel „Warum habe ich immer ein schlechtes Gewissen?“.
Dann liegt die entscheidende Frage möglicherweise gar nicht darin, warum du immer wieder „an solche Menschen gerätst“.
Sondern:
Warum bleibe ich manchmal länger in einer Situation, obwohl ich längst merke, dass sie mir nicht guttut?
Manchmal erkennen wir ein Muster erst im Rückblick
Während wir mitten in einer Beziehung, Freundschaft oder anderen Verbindung stecken, ist es oft schwer, die Situation mit Abstand zu betrachten.
Ein einzelner Moment erscheint vielleicht gar nicht so wichtig.
Du denkst:
„So war das bestimmt nicht gemeint.“
„Vielleicht reagiere ich gerade zu empfindlich.“
„Eigentlich ist der andere ja ganz anders.“
„Ich gebe dem Ganzen noch etwas Zeit.“
Erst später fällt möglicherweise auf, dass du bestimmte Dinge immer wieder entschuldigt oder deine eigenen Bedürfnisse immer weiter zurückgestellt hast.
Dann kann es hilfreich sein, nicht nur auf den anderen Menschen zu schauen.
Sondern auch auf dich:
Wann habe ich zum ersten Mal gemerkt, dass sich etwas für mich nicht richtig anfühlt?
Was habe ich in diesem Moment gedacht?
Warum habe ich nichts gesagt?
Was hätte ich eigentlich gebraucht?
Und was hat mich davon abgehalten, danach zu handeln?
Du kannst andere Menschen nicht verändern
Vielleicht ist das eine der wichtigsten Erkenntnisse in Beziehungen.
Du kannst nicht bestimmen, wie jemand anderes denkt, handelt oder mit dir umgeht.
Aber du kannst beeinflussen, wie du darauf reagierst.
Du kannst deine eigenen Grenzen ernster nehmen.
Du kannst früher aussprechen, was für dich nicht passt.
Du kannst beobachten, ob deine Bedürfnisse in einer Beziehung überhaupt Raum bekommen.
Und du kannst entscheiden, welche Situationen du weiterhin mittragen möchtest.
Das bedeutet nicht, dass jede schwierige Situation sofort beendet werden muss.
Es bedeutet vielmehr, dich selbst in einer Beziehung nicht aus dem Blick zu verlieren.
Was hält dich fest, obwohl dir etwas nicht mehr guttut?
Manchmal wissen wir längst, dass uns eine Situation nicht guttut – und halten trotzdem daran fest.
Vielleicht aus Hoffnung.
Vielleicht aus Verbundenheit.
Vielleicht weil wir niemanden enttäuschen möchten.
Vielleicht weil eine Veränderung Konsequenzen hätte.
Oder weil wir selbst noch gar nicht wissen, was wir stattdessen möchten.
Wenn du dieses Gefühl kennst, passt dazu auch mein Artikel „Warum halte ich an Dingen fest, die mir nicht mehr guttun?“.
Denn wiederkehrende Muster zeigen sich nicht nur darin, was uns begegnet.
Sie können sich auch darin zeigen, wie wir mit bestimmten Situationen umgehen.
Ein Muster zu erkennen bedeutet nicht, dir die Schuld zu geben
Vielleicht ist genau das besonders wichtig.
Wenn du feststellst, dass sich bestimmte Situationen in deinem Leben wiederholen, geht es nicht darum, dir vorzuwerfen:
„Warum habe ich das schon wieder zugelassen?“
Oder:
„Warum suche ich mir immer die falschen Menschen aus?“
Solche Fragen machen schnell dich selbst zum Problem.
Interessanter sind vielleicht andere Fragen:
Was wiederholt sich tatsächlich?
Wann beginnt die Situation für mich schwierig zu werden?
Wie reagiere ich dann?
Was fällt mir schwer auszusprechen?
Welche Bedürfnisse stelle ich zurück?
Und was möchte ich beim nächsten Mal vielleicht anders machen?
Erkennen schafft die Möglichkeit, anders zu handeln.
Im Coaching können wir gemeinsam genauer auf solche wiederkehrenden Situationen schauen.
Nicht mit der Frage, wer „schuld“ daran ist.
Sondern mit der Frage:
Was passiert immer wieder?
Was macht diese Situationen für dich so schwierig?
Welche Gedanken, Erwartungen oder Überzeugungen spielen dabei möglicherweise eine Rolle?
Und welche Möglichkeiten möchtest du heute für dich entwickeln?
Auch auflösende Hypnose kann im Rahmen meiner Arbeit einen Zugang dazu bieten, Gedanken, Gefühle, innere Bilder und persönliche Erfahrungen genauer wahrzunehmen.
Dabei geht es nicht darum, in der Hypnose die eine Ursache dafür zu finden, warum dir bestimmte Menschen begegnen.
Vielmehr können wir darauf schauen, was du mit solchen Situationen verbindest, was dich beschäftigt oder zurückhält und was du für dich daraus erkennen kannst.
Denn du kannst nicht entscheiden, welchen Menschen du in deinem Leben begegnest.
Aber du kannst immer klarer erkennen, was dir guttut, wo deine Grenzen liegen und wie du mit bestimmten Situationen umgehen möchtest.
Wie würden sich deine Beziehungen verändern, wenn du deine eigenen Bedürfnisse genauso wichtig nehmen würdest?
Vielleicht hast du dich in diesem Artikel wiedergefunden.
Wenn du das Gefühl hast, dass sich bestimmte Beziehungsmuster immer wiederholen und du verstehen möchtest, warum das so ist, begleite ich dich gerne dabei.
In einem unverbindlichen Erstgespräch lernen wir uns kennen und schauen gemeinsam, welche Unterstützung für dich passend sein könnte.








