
Warum glaube ich, immer allen Erwartungen gerecht werden zu müssen?
Vielleicht kennst du dieses Gefühl:
Du möchtest deine Arbeit gut machen, für deine Familie da sein, niemanden enttäuschen und möglichst zuverlässig sein.
Eigentlich klingt daran zunächst nichts problematisch. Doch irgendwann merkst du vielleicht, dass es gar nicht mehr nur darum geht, etwas gerne gut zu machen.
Stattdessen begleitet dich immer häufiger die Sorge, den Erwartungen anderer nicht zu genügen.
Was denken die anderen, wenn ich das nicht schaffe?
Bin ich dann noch kompetent genug?
Enttäusche ich jemanden?
Hätte ich mich mehr anstrengen müssen?
Manchmal reicht schon eine kleine Bemerkung, ein kritischer Blick oder eine ausbleibende Reaktion und du beginnst zu überlegen, ob du etwas falsch gemacht hast.
Vielleicht gehst du Gespräche später noch einmal im Kopf durch oder fragst dich, wie du auf andere gewirkt hast.
Dabei sind es längst nicht immer tatsächliche Erwartungen, auf die wir reagieren.
Manchmal sind es Erwartungen, von denen wir lediglich glauben, dass andere sie an uns haben.
Gerade das kann dieses Muster so anstrengend machen.
Denn wenn jemand eine Erwartung klar ausspricht, können wir uns damit auseinandersetzen. Wir können darüber sprechen, eine Grenze setzen oder sagen:
„Das kann oder möchte ich nicht leisten.“
Viel schwieriger kann es bei Erwartungen werden, die wir selbst voraussetzen.
Dann versuchen wir vielleicht, Anforderungen zu erfüllen, die so nie jemand ausgesprochen hat.
Dahinter können ganz unterschiedliche Erfahrungen und Überzeugungen stehen.
Vielleicht ist dir Harmonie besonders wichtig.
Vielleicht fällt es dir schwer, andere zu enttäuschen.
Vielleicht verbindest du Anerkennung stark damit, etwas gut zu machen.
Vielleicht hast du häufig das Gefühl, für vieles verantwortlich zu sein.
Mit der Zeit können daraus innere Regeln entstehen wie:
„Ich darf niemanden enttäuschen.“
„Ich muss zuverlässig sein.“
„Ich darf keine Schwäche zeigen.“
„Ich muss es richtig machen.“
„Ich sollte für andere da sein.“
Und irgendwann braucht es dafür möglicherweise gar niemanden mehr, der tatsächlich etwas von uns verlangt. Der Anspruch kommt längst von uns selbst.
Vielleicht zeigt sich das bei dir im Beruf.
Du bereitest dich länger vor als nötig, möchtest auf jede Frage eine Antwort haben und fühlst dich unwohl bei dem Gedanken, andere könnten merken, dass du etwas nicht weißt.
Obwohl niemand von dir verlangt, alles zu können, entsteht innerlich der Anspruch, möglichst keine Unsicherheit zu zeigen.
Genau hier können Perfektionismus und innerer Druck eine Rolle spielen.
Denn Perfektionismus bedeutet nicht nur, etwas besonders gut machen zu wollen. Er kann sich auch darin zeigen, dass du sehr hohe Erwartungen an dich selbst stellst und glaubst, diesen möglichst immer entsprechen zu müssen.
Vielleicht kennst du das auch aus deinem privaten Umfeld.
Du möchtest für deinen Partner oder deine Partnerin, deine Familie, Freunde oder andere Menschen da sein. Du möchtest zuverlässig sein, Verständnis haben, helfen und niemanden enttäuschen.
Deine eigenen Bedürfnisse geraten dabei vielleicht schnell in den Hintergrund.
Und ein Nein fühlt sich dann nicht einfach wie eine Entscheidung an.
Es kann sich anfühlen, als würdest du jemanden enttäuschen oder etwas falsch machen.
Und manchmal passiert noch etwas anderes: Wir verlieren langsam aus dem Blick, was wir selbst eigentlich möchten.
Entscheidungen werden dann vielleicht nicht mehr danach getroffen, was für uns stimmig ist, sondern danach, welche Reaktion wir bei anderen erwarten.
Was werden meine Kollegen denken?
Was sagt meine Familie?
Wirkt das unprofessionell?
Bin ich egoistisch, wenn ich das jetzt für mich entscheide?
Irgendwann kann es schwer werden, die eigenen Wünsche zwischen all diesen tatsächlichen und vermeintlichen Erwartungen überhaupt noch wahrzunehmen.
Wenn du dich darin wiedererkennst, könnte auch mein Artikel „Warum weiß ich nicht, was ich wirklich will?“ interessant für dich sein.
Denn manchmal geht es bei der Suche nach dem eigenen Weg zunächst darum, wieder besser unterscheiden zu können:
Was möchte ich selbst – und was glaube ich, tun oder wollen zu müssen?
Auch das Vertrauen in die eigene Einschätzung kann dabei eine Rolle spielen.
Wenn du deinen eigenen Entscheidungen wenig vertraust, bekommt die Meinung anderer vielleicht automatisch mehr Gewicht.
Vielleicht erkennst du dich deshalb auch in meinem Artikel „Warum traue ich mir so wenig zu?“ wieder.
Besonders anstrengend kann es werden, wenn deine eigene Einschätzung stark davon beeinflusst wird, wie zufrieden andere mit dir sind.
Dann fühlt sich Anerkennung vielleicht gut an – aber Kritik beschäftigt dich besonders lange.
Ein einziger negativer Kommentar kann dann plötzlich mehr Gewicht bekommen als viele positive Rückmeldungen.
Dabei bedeutet es nicht, dass uns die Meinung anderer irgendwann vollkommen egal sein sollte.
Natürlich möchten viele von uns anerkannt, respektiert und gemocht werden.
Aber die Einschätzung eines anderen Menschen muss nicht jedes Mal darüber entscheiden, wie wir uns selbst einschätzen.
Vielleicht liegt genau darin eine wichtige Frage:
Welche Erwartungen möchte ich tatsächlich erfüllen – und welche glaube ich erfüllen zu müssen?
Das ist nicht dasselbe.
Manche Erwartungen entsprechen unseren eigenen Werten.
Wir möchten zuverlässig sein.
Wir möchten gute Arbeit leisten.
Wir möchten für Menschen da sein, die uns wichtig sind.
Andere Ansprüche tragen wir vielleicht schon so lange mit uns herum, dass wir kaum noch hinterfragen, ob sie heute überhaupt noch zu uns passen.
Im Coaching können wir gemeinsam genauer hinschauen, welche Erwartungen und inneren Regeln dein Handeln beeinflussen.
Was glaubst du leisten zu müssen?
Wen möchtest du auf keinen Fall enttäuschen?
Welche Erwartungen werden tatsächlich an dich gestellt?
Welche stellst du selbst an dich?
Und welche davon möchtest du heute überhaupt noch erfüllen?
Auch auflösende Hypnose kann im Rahmen meiner Arbeit einen Zugang dazu bieten, Gedanken, Gefühle, innere Bilder und persönliche Erfahrungen genauer wahrzunehmen.
Dabei geht es nicht darum, in der Hypnose eine bestimmte Ursache für deine hohen Ansprüche zu finden.
Vielmehr können wir darauf schauen, was du mit Erwartungen, Anerkennung und Enttäuschung verbindest, welche Erfahrungen oder Überzeugungen dabei möglicherweise eine Rolle spielen und was du für dich daraus erkennen kannst.
Denn es geht nicht darum, von heute an keine Erwartungen mehr zu erfüllen oder nur noch an dich selbst zu denken.
Es geht darum, wieder besser unterscheiden zu können:
Was wird wirklich von mir erwartet?
Was erwarte ich von mir selbst?
Und was davon möchte ich überhaupt noch erfüllen?
Vielleicht entsteht genau dort ein Stück Freiheit.
Was wäre, wenn nicht jeder mit deinen Entscheidungen zufrieden sein müsste?
Wenn du merkst, dass du dich häufig danach richtest, was andere von dir erwarten könnten, und dabei deine eigenen Bedürfnisse aus dem Blick verlierst, begleite ich dich gerne dabei, diese Muster besser zu verstehen.
In einem unverbindlichen Erstgespräch lernen wir uns kennen und schauen gemeinsam, welcher Weg für dich passend sein könnte.









