
Wie bekomme ich mehr Selbstvertrauen?
Vielleicht hast du dir diese Frage schon öfter gestellt. Du möchtest souveräner auftreten, weniger an dir zweifeln, deine Meinung sagen oder eine Entscheidung treffen, ohne anschließend stundenlang darüber nachzudenken. Vielleicht beobachtest du andere Menschen und fragst dich, warum ihnen vieles so leichtzufallen scheint. Sie sprechen einfach, machen einfach, probieren Dinge aus. Und du wünschst dir manchmal ein kleines bisschen von dieser Sicherheit.
Doch Selbstvertrauen ist nichts, was manche Menschen haben und andere nicht. Und es entsteht auch nicht dadurch, dass wir uns oft genug sagen, wie großartig wir sind.
Selbstvertrauen entsteht vor allem durch Erfahrungen.
Das klingt zunächst ziemlich unspektakulär. Vielleicht hätten wir lieber eine Methode, mit der wir unsere Zweifel ausschalten können. Doch genau darin liegt häufig ein Missverständnis: Viele Menschen glauben, sie müssten sich erst sicher fühlen, bevor sie etwas tun können:
Wenn ich selbstbewusster bin, sage ich meine Meinung.
Wenn ich weniger Angst habe, bewerbe ich mich.
Wenn ich mich sicherer fühle, zeige ich mich.
Doch oft funktioniert es genau andersherum.
Wir tun etwas, obwohl wir uns noch nicht vollkommen sicher fühlen. Wir machen eine Erfahrung. Und anschließend stellen wir fest: Es ging. Ich konnte damit umgehen.
Genau daraus wächst Vertrauen.
Vielleicht erinnerst du dich an etwas, das dir heute vollkommen selbstverständlich erscheint und vor einigen Jahren noch Überwindung gekostet hat. Beim ersten Mal warst du nervös. Beim zweiten vielleicht auch. Irgendwann hast du aufgehört, darüber nachzudenken. Nicht unbedingt, weil du plötzlich ein anderer Mensch geworden bist. Sondern weil dein Kopf inzwischen genügend Erfahrungen gesammelt hat, die ihm sagen: Das kann ich.
Schwieriger wird es, wenn wir uns genau diese Erfahrungen nicht erlauben. Wenn du dich immer erst dann zeigen möchtest, wenn du vollkommen sicher bist, kann eine Art Kreislauf entstehen. Du zweifelst an dir, hältst dich zurück und bekommst dadurch kaum die Gelegenheit zu erleben, dass deine Zweifel vielleicht gar nicht berechtigt waren.
Wenn du dieses Gefühl kennst, findest du dich vielleicht auch in meinem Artikel „Warum traue ich mir so wenig zu?“ wieder. Denn manchmal fehlt uns nicht die Fähigkeit, sondern die Erfahrung, uns selbst trotz unserer Unsicherheit zu vertrauen.
Mehr Selbstvertrauen bedeutet deshalb nicht unbedingt, plötzlich mutiger zu werden. Vielleicht beginnt es viel kleiner. Du sagst in einem Gespräch einmal deine Meinung, obwohl du nicht weißt, ob die anderen sie teilen. Du stellst eine Frage, obwohl du befürchtest, dass sie vielleicht selbstverständlich sein könnte. Du übernimmst eine Aufgabe, obwohl du noch nicht genau weißt, wie du jedes einzelne Problem lösen wirst.
Und dann passiert etwas Wichtiges: Du sammelst eine neue Erfahrung. Vielleicht widerspricht dir tatsächlich jemand. Vielleicht weißt du einmal keine Antwort. Vielleicht läuft etwas nicht so, wie du es geplant hast. Und trotzdem geht es weiter.
Genau das ist für mich ein wichtiger Teil von Selbstvertrauen. Nicht die Überzeugung „Mir wird alles gelingen“, sondern das Vertrauen: „Ich kann damit umgehen, wenn nicht alles gelingt.“
Das nimmt auch der Meinung anderer ein Stück ihrer Macht. Denn solange wir glauben, immer kompetent, souverän oder sicher wirken zu müssen, kann jede Bewertung von außen bedrohlich erscheinen. Ein kritischer Kommentar, ein skeptischer Blick oder eine andere Meinung reichen dann manchmal aus, um uns wieder infrage zu stellen.
Vielleicht kennst du das aus meinem Artikel „Warum fällt es mir so schwer, meine Meinung zu sagen?“. Sichtbar zu werden bedeutet immer auch, anderen die Möglichkeit zu geben, anders über uns zu denken, als wir es uns wünschen.
Selbstvertrauen bedeutet nicht, dass dir das irgendwann vollkommen egal ist.
Wir alle möchten anerkannt und respektiert werden. Es bedeutet vielmehr, dass die Einschätzung eines anderen Menschen nicht automatisch darüber entscheidet, wie du dich selbst einschätzt.
Das gilt auch für Erwartungen. Vielleicht versuchst du häufig herauszufinden, was andere von dir erwarten, und richtest deine Entscheidungen danach aus. Dann kann der Artikel „Warum glaube ich, immer allen Erwartungen gerecht werden zu müssen?“ für dich interessant sein. Denn mehr Selbstvertrauen bedeutet auch, der eigenen Einschätzung wieder mehr Gewicht zu geben.
Und natürlich gibt es Situationen, in denen das nicht so einfach ist. Vielleicht weißt du rational längst, dass du etwas kannst, und fühlst dich trotzdem unsicher. Vielleicht hast du viele positive Erfahrungen gemacht und wartest innerlich trotzdem darauf, dass irgendwann etwas schiefgeht. Oder du hast ständig das Gefühl, dich beweisen zu müssen.
Dann lohnt es sich, genauer hinzuschauen.
Manchmal liegen hinter starken Selbstzweifeln Erfahrungen und Glaubenssätze, die schon lange Teil unseres Selbstbildes geworden sind. Vielleicht hast du irgendwann gelernt: Ich darf keine Schwäche zeigen. Oder: Ich muss etwas leisten, damit andere mich anerkennen. Solche Überzeugungen verschwinden nicht automatisch, nur weil wir heute wissen, dass sie uns nicht guttun.
Ein stabiler Selbstwert bildet deshalb eine wichtige Grundlage für Selbstvertrauen. Wenn dein eigener Wert nicht ständig davon abhängt, ob du etwas richtig machst, kannst du dir viel leichter erlauben, etwas auszuprobieren.
Im Coaching können wir gemeinsam anschauen, was dich heute noch daran hindert, dir selbst zu vertrauen. Welche Situationen lösen besonders starke Zweifel aus? Welche Erwartungen stellst du an dich? Und was glaubst du, könnte passieren, wenn du einmal nicht souverän, perfekt oder kompetent wirkst?
Mit auflösender Hypnose können wir auch den Erfahrungen nachgehen, die hinter solchen Reaktionen liegen. Denn manchmal braucht es nicht noch mehr Wissen darüber, dass man eigentlich gut genug ist. Manchmal darf sich auch das Gefühl verändern, das etwas anderes behauptet.
Selbstvertrauen entsteht dabei nicht von heute auf morgen. Vielleicht ist das aber auch gar nicht notwendig. Du musst nicht plötzlich vollkommen selbstbewusst werden. Du musst nicht der lauteste Mensch im Raum sein. Du musst nicht jede Unsicherheit verlieren.
Vielleicht reicht es zunächst, dir selbst ein kleines bisschen mehr zuzutrauen als gestern.
Und dann zu schauen, was passiert.
Was würdest du ausprobieren, wenn du nicht erst warten müsstest, bis du dich vollkommen sicher fühlst?
Wenn du merkst, dass Selbstzweifel dich immer wieder zurückhalten und du dir wünschst, deinen eigenen Fähigkeiten und Entscheidungen mehr zu vertrauen, können wir gemeinsam herausfinden, was dahintersteht.
In einem unverbindlichen Erstgespräch lernen wir uns kennen und schauen gemeinsam, welcher Weg für dich passend sein könnte.








