
Warum traue ich mir so wenig zu?
Vielleicht kennst du dieses Gefühl:
Eine interessante Aufgabe ergibt sich. Jemand fragt dich, ob du Verantwortung übernehmen möchtest. Du hast eine Idee, die du gerne aussprechen würdest, oder überlegst, dich auf eine Stelle zu bewerben, die dich eigentlich reizt.
Noch bevor du eine Entscheidung treffen kannst, meldet sich eine leise Stimme in deinem Kopf.
„Ob ich das wirklich kann?“
„Andere sind bestimmt besser geeignet.“
„Vielleicht bin ich einfach noch nicht so weit.“
Solche Gedanken kennen viele Menschen.
Nach außen wirken sie vielleicht selbstbewusst, zuverlässig und kompetent. Andere schätzen ihre Arbeit, vertrauen ihnen Verantwortung an oder holen sich ihren Rat.
Innerlich kann es trotzdem ganz anders aussehen.
Dort bleiben Zweifel, die sich hartnäckig halten und immer wieder das Gefühl vermitteln, den eigenen Fähigkeiten nicht wirklich vertrauen zu können.
Selbstvertrauen bedeutet nicht, keine Angst zu haben oder jede Situation souverän zu meistern.
Es kann vielmehr bedeuten, darauf zu vertrauen, auch mit Unsicherheit umgehen zu können.
Vielleicht liegt genau darin ein wichtiger Unterschied.
Du musst nicht wissen, dass alles funktionieren wird. Du musst nicht vollkommen sicher sein. Und du musst auch nicht jede Situation beherrschen.
Du darfst dir zutrauen, einen Schritt zu gehen, obwohl du noch nicht weißt, wie alles ausgehen wird.
Vielleicht beobachtest du bei dir selbst, dass du mit anderen viel großzügiger umgehst als mit dir.
Wenn jemand anderes einen Fehler macht, kannst du ihn wahrscheinlich gut einordnen.
Niemand ist perfekt.
Fehler passieren.
Nicht alles gelingt beim ersten Versuch.
Passiert dir selbst derselbe Fehler, fühlt es sich vielleicht plötzlich ganz anders an.
Aus einem kleinen Missgeschick wird schnell der Gedanke:
„Vielleicht bin ich doch nicht kompetent genug.“
Oder:
„Andere können das bestimmt besser als ich.“
Manchmal beurteilen wir uns selbst nach deutlich strengeren Maßstäben als andere.
Dahinter können ganz unterschiedliche Erfahrungen und Überzeugungen stehen.
Vielleicht kennst du Gedanken wie:
„Ich muss erst noch besser werden.“
„Ich darf keine Fehler machen.“
„Andere können das bestimmt besser als ich.“
„Ich sollte mich erst zeigen, wenn ich wirklich sicher bin.“
„Ich muss beweisen, dass ich es kann.“
Solche Gedanken können so vertraut werden, dass wir sie irgendwann kaum noch hinterfragen.
Und dann kann etwas Interessantes passieren:
Du wartest darauf, dich sicher genug zu fühlen, bevor du den nächsten Schritt machst.
Vielleicht möchtest du dich erst bewerben, wenn du wirklich alle Anforderungen erfüllst.
Du möchtest deine Idee erst aussprechen, wenn du sicher bist, dass sie gut ankommt.
Du möchtest Verantwortung erst übernehmen, wenn du glaubst, jeder möglichen Situation gewachsen zu sein.
Doch dadurch fehlt dir möglicherweise genau die Erfahrung, die dein Vertrauen in dich selbst stärken könnte.
Denn Selbstvertrauen kann auch dadurch wachsen, dass wir etwas ausprobieren, obwohl wir uns noch nicht vollkommen sicher fühlen – und anschließend erleben, wie wir damit umgehen.
Vielleicht kennst du eine Situation aus deinem Leben, die dir heute selbstverständlich erscheint und die früher Überwindung gekostet hat.
Du hast sie nicht unbedingt deshalb gemeistert, weil vorher plötzlich alle Zweifel verschwunden waren.
Vielleicht hast du irgendwann einfach den ersten Schritt gemacht.
Und dann eine neue Erfahrung mit dir selbst gemacht.
Genau deshalb kann es problematisch werden, wenn Selbstzweifel dich immer wieder davon abhalten, solche Erfahrungen überhaupt zu machen.
Du möchtest etwas tun – und hältst dich zurück.
Du möchtest dich zeigen – und wartest.
Du möchtest einen Schritt gehen – und suchst noch nach mehr Sicherheit.
Dann können Selbstzweifel zu einer inneren Blockade werden: Du weißt eigentlich, was du möchtest, aber etwas hält dich davon ab, es auch zu tun.
Vielleicht kennst du auch die Situation, dass dir jemand ein ehrliches Kompliment macht und du sofort beginnst, es kleinzureden.
Du erklärst deinen Erfolg mit Glück, Zufall oder den Umständen.
Wenn dir jemand sagt, dass du etwas gut gemacht hast, fallen dir vielleicht sofort Gründe ein, warum das eigentlich gar nichts Besonderes war.
Wenn du dich darin wiedererkennst, könnte auch mein Artikel „Warum kann ich keine Komplimente annehmen?“ interessant für dich sein.
Auch hohe Ansprüche können Selbstzweifel verstärken.
Wenn du von dir erwartest, möglichst keine Fehler zu machen oder erst dann zufrieden bist, wenn etwas wirklich perfekt ist, kann es schwer werden, dir etwas zuzutrauen, dessen Ausgang noch offen ist.
Mehr dazu findest du auf meiner Themenseite Perfektionismus & innerer Druck.
Falls dich besonders die Sorge begleitet, Fehler zu machen oder Erwartungen nicht zu erfüllen, könnten auch meine Artikel „Warum habe ich solche Angst, Fehler zu machen?“ und „Warum glaube ich, immer allen Erwartungen gerecht werden zu müssen?“ interessant für dich sein.
Denn diese Themen können miteinander verbunden sein:
Wenn ich glaube, keine Fehler machen zu dürfen, wird es schwieriger, mir etwas zuzutrauen, bei dem ich noch nicht weiß, ob es gelingt.
Im Coaching können wir gemeinsam genauer hinschauen, was dich in bestimmten Situationen zurückhält.
Wann zweifelst du besonders stark an dir?
Was traust du anderen zu, aber dir selbst nicht?
Welche Erwartungen stellst du an dich?
Was glaubst du, können andere besser?
Und was müsste passieren, damit du dir erlaubst, etwas trotzdem auszuprobieren?
Auch auflösende Hypnose kann im Rahmen meiner Arbeit einen Zugang dazu bieten, Gedanken, Gefühle, innere Bilder und persönliche Erfahrungen genauer wahrzunehmen.
Dabei geht es nicht darum, in der Hypnose eine bestimmte Ursache für deine Selbstzweifel zu finden oder dir einzureden, dass du alles schaffen kannst.
Vielmehr können wir darauf schauen, was du mit bestimmten Situationen verbindest, welche Erfahrungen oder Überzeugungen dabei möglicherweise eine Rolle spielen und was du für dich daraus erkennen kannst.
Denn Selbstvertrauen bedeutet nicht:
„Ich weiß, dass ich es kann.“
Vielleicht beginnt es manchmal mit einem anderen Gedanken:
„Ich weiß noch nicht, ob ich es kann – aber ich traue mir zu, es herauszufinden.“
Vielleicht musst du also gar nicht erst zu einem anderen Menschen werden.
Vielleicht darfst du anfangen, dir selbst ein kleines bisschen mehr zuzutrauen – und schauen, welche Erfahrungen du damit machst.
Was würdest du heute tun, wenn du dir selbst ein kleines bisschen mehr vertrauen würdest?
Vielleicht hast du dich in diesem Artikel wiedergefunden.
Wenn du deine Selbstzweifel besser verstehen und Schritt für Schritt mehr Vertrauen in dich selbst entwickeln möchtest, begleite ich dich gerne dabei.
In einem unverbindlichen Erstgespräch lernen wir uns kennen und schauen gemeinsam, welcher Weg für dich passend sein könnte.









