Warum weiß ich nicht, was ich wirklich will?

Eigentlich ist alles irgendwie in Ordnung. Dein Alltag funktioniert, du erledigst, was erledigt werden muss, und von außen betrachtet gibt es vielleicht gar keinen offensichtlichen Grund, etwas zu verändern. Und trotzdem taucht immer wieder dieser Gedanke auf:

War das jetzt eigentlich schon alles?

Vielleicht kannst du noch nicht einmal genau sagen, was dir fehlt. Du weißt nur, dass sich etwas nicht mehr richtig anfühlt. Der Beruf, den du einmal gerne gemacht hast, erfüllt dich nicht mehr so wie früher. Eine Beziehung hat sich verändert. Die Kinder werden größer und plötzlich entsteht wieder mehr Raum für dich selbst. Oder du merkst einfach, dass das Leben, das du vor einigen Jahren für dich gewählt hast, nicht mehr ganz zu der Person passt, die du heute bist.

Dann kommt häufig die Frage: Was will ich eigentlich wirklich? Und erstaunlicherweise ist diese Frage manchmal viel schwerer zu beantworten, als man denkt.

Denn wir treffen unsere Entscheidungen nicht in einem leeren Raum. Von klein auf entwickeln wir Vorstellungen davon, wie unser Leben aussehen sollte. Was vernünftig ist. Was Sicherheit bedeutet. Was andere von uns erwarten. Was man in einem bestimmten Alter erreicht haben sollte. Manche dieser Vorstellungen passen sehr gut zu uns. Andere übernehmen wir, ohne jemals bewusst darüber entschieden zu haben.

Vielleicht hast du einen Beruf gewählt, weil er sicher erschien. Vielleicht bist du einen bestimmten Weg gegangen, weil er logisch war. Vielleicht hast du dich viele Jahre vor allem darum gekümmert, dass es den Menschen um dich herum gut geht. Daran ist zunächst überhaupt nichts falsch.

Schwierig wird es erst, wenn du irgendwann feststellst, dass du sehr genau weißt, was du tun solltest – aber kaum noch spürst, was du selbst möchtest.

Manchmal zeigt sich das in ganz kleinen Dingen. Jemand fragt dich: „Was möchtest du?“ und deine erste Reaktion ist, darüber nachzudenken, was für alle anderen am besten wäre. Oder du kannst sehr genau aufzählen, was du nicht mehr möchtest, hast aber keine Vorstellung davon, wie die Alternative aussehen könnte.

Gerade Menschen, die lange funktioniert und Verantwortung übernommen haben, erleben irgendwann genau diesen Punkt. Sie haben gelernt, Entscheidungen nach Vernunft, Sicherheit oder den Bedürfnissen anderer auszurichten. Die eigene innere Stimme war dabei vielleicht nie ganz verschwunden. Sie wurde nur immer leiser. Hinzu kommt, dass ein eigener Wunsch auch etwas Unbequemes haben kann. Denn sobald du weißt, was du möchtest, entsteht möglicherweise die Frage, ob du bereit bist, etwas dafür zu verändern.

Solange du nicht weißt, wohin du möchtest, kannst du zunächst bleiben, wo du bist.

Vielleicht liegt hinter dem Satz „Ich weiß nicht, was ich will“ deshalb manchmal noch eine andere Frage:

„Was würde passieren, wenn ich mir wirklich eingestehe, was ich will?“

Vielleicht müsstest du jemanden enttäuschen. Vielleicht wäre eine Entscheidung notwendig. Vielleicht müsstest du einen sicheren Weg verlassen oder dir erlauben, etwas zu wollen, das andere nicht verstehen. Wenn du häufig das Gefühl hast, den Erwartungen anderer entsprechen zu müssen, könnte deshalb auch mein Artikel „Warum glaube ich, immer allen Erwartungen gerecht werden zu müssen?“ interessant für dich sein. Denn manchmal verlieren wir unsere eigenen Wünsche nicht deshalb aus den Augen, weil wir keine haben, sondern weil die Erwartungen und Bedürfnisse anderer sehr viel Raum bekommen haben.

Auch Selbstvertrauen spielt dabei eine Rolle. Eine Entscheidung für den eigenen Weg bedeutet schließlich nicht nur zu wissen, was man möchte. Man muss sich auch zutrauen, mit den Folgen dieser Entscheidung umgehen zu können. Wenn du dich häufig selbst infrage stellst, findest du dich vielleicht auch in „Warum traue ich mir so wenig zu?“ wieder.

Und dann gibt es noch etwas, das Neuorientierung so schwierig machen kann:

Wir möchten häufig schon am Anfang wissen, wo wir am Ende ankommen.

Am liebsten hätten wir einen fertigen Plan. Wenn ich meinen Beruf verändere, möchte ich vorher wissen, dass der neue wirklich besser ist. Wenn ich etwas Neues beginne, möchte ich sicher sein, dass es funktioniert. Wenn ich eine Entscheidung treffe, möchte ich wissen, dass ich sie später nicht bereue.

Doch so funktioniert Veränderung selten. Manchmal entsteht Klarheit erst dadurch, dass wir anfangen, uns zu bewegen. Vielleicht musst du heute noch gar nicht wissen, wie dein Leben in fünf Jahren aussehen soll. Vielleicht reicht zunächst die Frage, welche Dinge sich heute noch richtig anfühlen – und welche schon lange nicht mehr.

Was gibt dir Energie? Was fehlt dir? Wann fühlst du dich lebendig? Welche Gedanken kehren immer wieder zurück? Und welche Wünsche schiebst du vielleicht schon seit Jahren mit einem „Irgendwann“ zur Seite?

Dabei geht es nicht darum, jeder spontanen Idee hinterherzulaufen oder das eigene Leben von heute auf morgen auf den Kopf zu stellen. Manchmal besteht Veränderung zunächst nur darin, wieder neugierig auf sich selbst zu werden. Ein stabiler Selbstwert kann dabei helfen, die eigenen Wünsche überhaupt ernst zu nehmen. Denn wenn wir unseren Wert stark davon abhängig machen, wie andere uns sehen, fragen wir schnell: „Was sollte ich tun?“ statt: „Was möchte ich?“

Im Coaching können wir gemeinsam anschauen, warum dir diese Frage vielleicht so schwerfällt. Welche Erwartungen begleiten dich? Welche Entscheidungen hast du bisher eher aus Sicherheit getroffen? Welche Glaubenssätze bestimmen vielleicht noch heute, was du dir erlaubst zu wollen?

Auch mit auflösender Hypnose können wir den emotionalen Erfahrungen hinter solchen Mustern nachgehen. Denn manchmal fehlt uns nicht die Antwort. Manchmal gibt es etwas in uns, das die Antwort lieber nicht hören möchte, weil Veränderung zunächst Unsicherheit bedeutet.

Du musst deshalb heute noch nicht wissen, wohin dein Weg führt.

Vielleicht beginnt Neuorientierung viel früher.

Mit dem Moment, in dem du aufhörst, sofort nach der richtigen Antwort zu suchen, und dir stattdessen wieder erlaubst, dich selbst zu fragen:

Was möchte eigentlich ich?

Wenn du für einen Moment keine Erwartungen erfüllen müsstest – was würdest du dir für dein Leben wünschen?

Wenn du merkst, dass sich etwas verändern soll, aber noch nicht weißt, wohin dein Weg führen könnte, begleite ich dich gerne dabei, wieder mehr Klarheit über deine eigenen Wünsche und Bedürfnisse zu bekommen.

In einem unverbindlichen Erstgespräch lernen wir uns kennen und schauen gemeinsam, welcher Weg für dich passend sein könnte.

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