Warum fällt es mir so schwer, Entscheidungen zu treffen?

Vielleicht kennst du diese Situationen. Eigentlich möchtest du eine Entscheidung treffen, aber je länger du darüber nachdenkst, desto schwieriger wird sie.

Du wägest ab, machst vielleicht eine Liste mit Vor- und Nachteilen, sprichst mit anderen darüber und gehst im Kopf immer wieder alle Möglichkeiten durch. Für einen kurzen Moment glaubst du, die richtige Antwort gefunden zu haben – und wenig später kommen die Zweifel zurück.

Was, wenn ich mich falsch entscheide?
Was, wenn ich es später bereue?
Vielleicht sollte ich doch noch etwas warten.

Und manchmal fühlt sich irgendwann sogar die kleinste Entscheidung unglaublich anstrengend an.

Dabei liegt das Problem häufig gar nicht darin, dass du nicht weißt, welche Möglichkeiten du hast. Vielleicht kennst du sie sogar sehr genau.

Schwierig wird es vielmehr, weil du versuchst herauszufinden, welche davon die richtige ist.

Genau hier kann Entscheidungsfindung kompliziert werden. Denn viele Entscheidungen haben nicht nur Vorteile oder nur Nachteile.

Sich für etwas zu entscheiden bedeutet fast immer auch, sich gegen etwas anderes zu entscheiden.

Vielleicht gewinnst du Freiheit und gibst dafür Sicherheit auf. Vielleicht entscheidest du dich für eine berufliche Veränderung und verlässt gleichzeitig etwas Vertrautes. Vielleicht möchtest du eine Beziehung verändern, weißt aber nicht, was danach kommt.

Wir hätten gerne eine Entscheidung, bei der sich alles richtig anfühlt. Doch die gibt es manchmal einfach nicht.

Gerade wenn du viel nachdenkst und Verantwortung ernst nimmst, versuchst du vielleicht, möglichst viele Konsequenzen vorherzusehen. Du möchtest sicher sein, dass niemand unter deiner Entscheidung leidet, dass du später nichts bereust und dass sich die neue Richtung tatsächlich als die bessere herausstellt.

Das Problem dabei ist: Diese Sicherheit können wir uns meistens nicht verschaffen.

Wir können Informationen sammeln, Erfahrungen berücksichtigen und sorgfältig abwägen. Aber irgendwann bleibt bei vielen wichtigen Entscheidungen ein Rest Unsicherheit.

Und genau dieser Rest kann sich sehr unangenehm anfühlen.

Vielleicht fällt es dir besonders schwer, Entscheidungen zu treffen, wenn andere Menschen davon betroffen sind. Dann geht es plötzlich nicht mehr nur darum, was du möchtest.

Du überlegst auch, was dein Partner denkt, wie deine Familie reagieren könnte oder ob jemand von dir enttäuscht sein wird.

Wenn du dich darin wiedererkennst, könnte mein Artikel „Warum glaube ich, immer allen Erwartungen gerecht werden zu müssen?“ interessant für dich sein.

Denn manchmal versuchen wir bei einer Entscheidung nicht nur herauszufinden, was für uns richtig ist. Wir versuchen gleichzeitig eine Lösung zu finden, mit der möglichst alle anderen ebenfalls zufrieden sind.

Das kann Entscheidungen nahezu unmöglich machen.

Denn vielleicht gibt es diese Lösung gar nicht.

Manchmal wissen wir sogar ziemlich genau, was wir möchten. Doch sobald wir darüber nachdenken, welche Konsequenzen dieser Wunsch haben könnte, beginnen wir wieder zu zweifeln.

Dann wird aus:

„Das möchte ich.“

plötzlich:

„Aber kann ich das wirklich machen?“

Auch die Angst vor Fehlern kann eine große Rolle spielen.

Wenn eine ungünstige Entscheidung sich für dich nicht einfach wie eine Erfahrung anfühlt, sondern wie persönliches Versagen, entsteht enormer Druck.

Dann soll die Entscheidung nicht nur gut sein – sie soll möglichst garantieren, dass nichts schiefgeht.

Vielleicht kennst du dieses Muster auch aus meinem Artikel „Warum habe ich solche Angst zu versagen?“.

Denn hinter der Schwierigkeit, sich zu entscheiden, kann manchmal weniger die Entscheidung selbst stehen als die Sorge, später feststellen zu müssen:

Ich habe mich geirrt.

Auch Perfektionismus und innerer Druck können dabei eine Rolle spielen. Vielleicht möchtest du nicht einfach eine gute Entscheidung treffen, sondern die bestmögliche – und möglichst schon vorher wissen, dass sie sich später als richtig erweisen wird.

Und dann gibt es noch eine weitere Möglichkeit:

Vielleicht vertraust du deiner eigenen Einschätzung nicht genug.

Du hast eigentlich ein Gefühl für eine Richtung, fragst aber trotzdem noch jemanden. Danach fragst du vielleicht noch eine zweite Person. Und wenn beide unterschiedliche Meinungen haben, bist du anschließend unsicherer als vorher.

Natürlich ist es sinnvoll, sich Rat zu holen. Andere Menschen können Dinge sehen, die wir selbst übersehen.

Schwierig wird es, wenn die Meinung anderer für dich wichtiger wird als deine eigene. Dann suchst du vielleicht nicht mehr nur nach einer zusätzlichen Perspektive, sondern nach jemandem, der dir die Entscheidung abnimmt.

Wenn du häufig an deiner eigenen Einschätzung zweifelst, könnte deshalb auch „Warum traue ich mir so wenig zu?“ für dich interessant sein.

Denn Entscheidungen brauchen nicht nur Klarheit. Sie brauchen auch ein gewisses Vertrauen darin, dass wir mit dem umgehen können, was danach kommt.

Vielleicht ist genau das ein wichtiger Punkt:

Wir glauben oft, eine gute Entscheidung müsse sich daran messen lassen, ob sie später zum gewünschten Ergebnis führt. Aber das können wir zum Zeitpunkt der Entscheidung nicht immer wissen.

Manchmal treffen wir mit den Informationen, die uns zur Verfügung stehen, eine gut überlegte Entscheidung – und trotzdem entwickelt sich etwas anders als erwartet.

Das macht die Entscheidung im Nachhinein nicht automatisch falsch.

Und manchmal treffen wir eine Entscheidung, stellen einige Monate später fest, dass sie nicht zu uns passt, und verändern unseren Weg erneut.

Auch das ist erlaubt.

Vielleicht dürfen Entscheidungen deshalb etwas von ihrer Endgültigkeit verlieren. Nicht jede Entscheidung bestimmt den Rest deines Lebens. Manche bestimmen nur den nächsten Abschnitt.

Das gilt besonders in Phasen der Neuorientierung.

Wenn du gerade noch gar nicht genau weißt, wohin du möchtest, musst du vielleicht nicht sofort den perfekten Weg finden.

In meinem Artikel „Warum weiß ich nicht, was ich wirklich will?“ geht es genau darum.

Manchmal entsteht Klarheit nämlich nicht vor dem ersten Schritt, sondern erst dadurch, dass wir beginnen, uns zu bewegen.

Und vielleicht weißt du bereits, was du möchtest, hast aber Sorge vor der Veränderung selbst. Dann findest du in meinem Artikel „Warum habe ich Angst vor Veränderungen?“ weitere Gedanken dazu.

Auf meiner Themenseite Entscheidungen & Veränderung geht es genau um solche Situationen: wenn du etwas verändern möchtest, aber zwischen verschiedenen Möglichkeiten, Zweifeln und der Sorge vor einer falschen Entscheidung feststeckst.

Manchmal steckt hinter der Frage „Welche Entscheidung ist richtig?“ aber noch eine andere:

Was passt eigentlich wirklich zu mir?

Dann kann es hilfreich sein, zunächst genauer hinzuschauen, was dir wichtig ist und welchen Weg du überhaupt gehen möchtest. Mehr dazu findest du unter Orientierung & eigener Weg.

Im Coaching können wir gemeinsam genauer anschauen, warum bestimmte Entscheidungen für dich so schwer werden.

Fehlen dir tatsächlich noch Informationen? Oder geht es eher um die Sorge, einen Fehler zu machen, jemanden zu enttäuschen oder mit den Folgen deiner Entscheidung nicht umgehen zu können?

Auch auflösende Hypnose kann im Rahmen meiner Arbeit einen Zugang dazu bieten, Gedanken, Gefühle, innere Bilder und persönliche Erfahrungen genauer wahrzunehmen.

Dabei geht es nicht darum, in der Hypnose herauszufinden, welche Entscheidung du treffen „solltest“. Vielmehr können wir darauf schauen, was die verschiedenen Möglichkeiten für dich bedeuten, was dich zurückhält und welche Erfahrungen oder Überzeugungen dabei möglicherweise eine Rolle spielen.

Denn manchmal wissen wir auf der bewussten Ebene längst, in welche Richtung wir gehen möchten – und trotzdem fällt es uns schwer, dieser eigenen Wahrnehmung zu vertrauen.

Vielleicht brauchst du deshalb gar nicht immer mehr Argumente.

Vielleicht brauchst du manchmal etwas anderes:

Das Vertrauen, dass du nicht heute schon wissen musst, ob eine Entscheidung für immer richtig sein wird.

Du darfst entscheiden.

Du darfst Erfahrungen machen.

Und du darfst deinen Weg später auch wieder verändern.

Was würdest du entscheiden, wenn du nicht garantieren müsstest, dass es die perfekte Entscheidung ist?

Wenn du dich bei wichtigen Entscheidungen immer wieder im Kreis drehst oder das Gefühl hast, deiner eigenen Einschätzung nicht vertrauen zu können, können wir gemeinsam anschauen, was dich dabei zurückhält.

In einem unverbindlichen Erstgespräch lernen wir uns kennen und schauen gemeinsam, welcher Weg für dich passend sein könnte.

→ Unverbindliches Erstgespräch vereinbaren