
Warum mache ich mich selbst immer klein?
Vielleicht kennst du solche Situationen:
Du hast etwas richtig gut gemacht.
Vielleicht hast du ein Projekt erfolgreich abgeschlossen, eine schwierige Situation gemeistert oder eine gute Idee eingebracht.
Jemand sagt:
„Das hast du wirklich gut gemacht.“
Und deine erste Reaktion lautet:
„Ach, das war doch nichts Besonderes.“
Vielleicht erklärst du gleich hinterher, was noch nicht optimal war.
Oder du erzählst, wer dir dabei geholfen hat und warum dein eigener Anteil eigentlich gar nicht so groß war.
Vielleicht bemerkst du es selbst kaum noch.
Kaum richtet sich etwas Positives auf dich, machst du es ein kleines bisschen kleiner.
Warum fällt es manchmal so schwer, die eigene Leistung einfach stehen zu lassen?
Bescheidenheit ist zunächst einmal nichts Schlechtes.
Du musst nicht jede Leistung hervorheben.
Du musst nicht ständig erzählen, was du besonders gut kannst.
Und natürlich darfst du auch sehen, wo andere Menschen zu einem Ergebnis beigetragen haben.
Interessant wird es, wenn du deine eigenen Leistungen fast automatisch relativierst.
Wenn ein Erfolg für dich selbstverständlich ist.
Wenn du bei einem Lob sofort erklärst, warum es eigentlich nicht gerechtfertigt ist.
Oder wenn du deine Fähigkeiten kleiner darstellst, als du sie bei einem anderen Menschen einschätzen würdest.
Dann lohnt sich vielleicht die Frage:
Was wäre eigentlich so unangenehm daran, etwas gut gemacht zu haben – und es einfach so stehen zu lassen?
Wenn Selbstzweifel die eigene Einschätzung bestimmen
Vielleicht kennst du Gedanken wie:
„Andere können das viel besser.“
„Das war doch keine große Sache.“
„Ich hatte einfach Glück.“
„Eigentlich hätte ich es noch besser machen können.“
„So gut bin ich darin nun auch wieder nicht.“
Dann ist es möglicherweise gar nicht leicht, die eigenen Fähigkeiten realistisch einzuschätzen.
Nicht weil du nichts kannst.
Sondern weil deine Aufmerksamkeit sehr schnell bei dem landet, was noch fehlt, besser sein könnte oder anderen leichter gelingt.
Wenn du häufig an deiner eigenen Einschätzung zweifelst, könnte deshalb auch mein Artikel „Warum zweifle ich ständig an mir selbst?“ interessant für dich sein.
Und vielleicht taucht hinter all diesen Gedanken irgendwann eine noch grundsätzlichere Frage auf:
„Bin ich eigentlich gut genug?“
Darum geht es in meinem Artikel „Warum fühle ich mich nie gut genug?“.
Wenn das Gute selbstverständlich und der Fehler bedeutsam wird
Vielleicht hast du zehn Dinge gut gemacht und eines nicht.
Worüber denkst du abends nach?
Über die zehn Dinge, die funktioniert haben?
Oder über das eine, das nicht so gelaufen ist, wie du es dir vorgestellt hast?
Vielleicht ist genau das interessant.
Erfolge werden schnell abgehakt:
„Das musste ich ja können.“
„Dafür werde ich schließlich bezahlt.“
„Das war doch selbstverständlich.“
Ein Fehler bekommt dagegen viel Aufmerksamkeit.
Du gehst die Situation noch einmal durch.
Du überlegst, was du anders hättest machen können.
Und vielleicht stellst du plötzlich deine gesamte Leistung infrage.
Dann lohnt sich die Frage:
Warum zählen Fehler bei deiner Einschätzung stärker als das, was dir gelungen ist?
Auch Perfektionismus und innerer Druck können dabei eine Rolle spielen.
Denn wenn dein Blick hauptsächlich darauf gerichtet ist, was noch besser sein könnte, wird es schwierig, das anzuerkennen, was bereits gut ist.
Der Vergleich mit anderen macht die eigene Leistung schnell kleiner
Vielleicht kennst du außerdem den Blick nach links und rechts.
Jemand ist erfolgreicher.
Jemand tritt selbstbewusster auf.
Jemand scheint mehr zu wissen.
Jemand ist beruflich schon weiter.
Und plötzlich erscheint das, was du selbst kannst oder erreicht hast, weniger bedeutsam.
Doch solche Vergleiche haben einen Haken:
Du kennst deine eigene Geschichte vollständig – bei anderen siehst du nur einen Ausschnitt.
Du kennst deine Unsicherheiten.
Deine Fehler.
Deine Umwege.
Die Momente, in denen du nicht weiterwusstest.
Bei anderen kennst du vieles davon nicht.
Wenn du dich häufig dabei ertappst, deine eigene Leistung im Vergleich zu anderen abzuwerten, findest du in meinem Artikel „Warum vergleiche ich mich ständig mit anderen?“ weitere Gedanken dazu.
Warum ein Kompliment manchmal so unangenehm sein kann
Vielleicht zeigt sich das Kleinmachen besonders deutlich, wenn jemand dich lobt.
„Das hast du richtig gut gemacht.“
Und statt einfach „Danke“ zu sagen, antwortest du:
„Ach, so gut war es nun auch wieder nicht.“
„Da hatte ich einfach Glück.“
„Das hätte jeder geschafft.“
„Aber an der einen Stelle habe ich einen Fehler gemacht.“
Warum eigentlich?
Vielleicht fühlt es sich ungewohnt an, ein positives Urteil über dich einfach anzunehmen.
Vielleicht möchtest du nicht eingebildet wirken.
Oder das Lob passt nicht zu deiner eigenen Einschätzung.
Wenn du dich darin wiedererkennst, könnte auch mein Artikel „Warum kann ich keine Komplimente annehmen?“ interessant für dich sein.
Dabei musst du einem Kompliment nicht einmal vollkommen zustimmen.
Vielleicht reicht zunächst:
„Danke.“
Ohne Erklärung.
Ohne Relativierung.
Ohne anschließend aufzuzählen, was noch besser hätte sein können.
Sich selbst nicht kleinzumachen bedeutet nicht, sich für besser zu halten
Vielleicht steckt hinter deiner Zurückhaltung auch die Sorge, arrogant oder eingebildet zu wirken.
Doch zwischen:
„Ich bin besser als alle anderen.“
und:
„Das war doch nichts Besonderes.“
liegt sehr viel Raum.
Du kannst sagen:
„Das ist mir gut gelungen.“
„Darauf bin ich stolz.“
„Das kann ich wirklich gut.“
„Da habe ich viel Arbeit hineingesteckt.“
ohne dich damit über einen anderen Menschen zu stellen.
Die eigenen Fähigkeiten anzuerkennen bedeutet nicht, die Fähigkeiten anderer abzuwerten.
Vielleicht darf beides gleichzeitig wahr sein:
Andere Menschen können etwas gut.
Und du auch.
Wenn du dich kleiner machst, als du eigentlich sein möchtest
Manchmal bleibt es nicht beim Herunterspielen einzelner Erfolge.
Vielleicht hältst du dich auch in Situationen zurück.
Du sagst deine Meinung nicht.
Du bringst eine Idee nicht ein.
Du bewirbst dich nicht auf eine interessante Stelle.
Du überlässt anderen den Raum.
Oder du wartest darauf, dich irgendwann sicher genug zu fühlen, bevor du dich zeigst.
Dann kann das Kleinmachen zu einer inneren Blockade werden.
Du möchtest eigentlich etwas tun – aber deine eigene Einschätzung hält dich zurück.
Vielleicht lautet die entscheidende Frage deshalb nicht:
„Wie werde ich endlich selbstbewusst?“
Sondern:
„Was würde ich anders machen, wenn ich meine Fähigkeiten nicht ständig kleiner einschätzen würde?“
Du musst dich nicht größer machen – aber auch nicht kleiner
Im Coaching geht es nicht darum, dir einzureden, wie großartig du bist.
Interessanter sind für mich Fragen wie:
Wann machst du deine Leistungen besonders schnell klein?
Was denkst du, wenn jemand dich lobt?
Was wäre unangenehm daran, offen zu sagen, dass du etwas gut kannst?
Welche Ansprüche stellst du an dich?
Und was würdest du vielleicht tun, wenn du deine eigenen Fähigkeiten etwas weniger kritisch beurteilen würdest?
Auch auflösende Hypnose kann im Rahmen meiner Arbeit einen Zugang dazu bieten, Gedanken, Gefühle, innere Bilder und persönliche Erfahrungen genauer wahrzunehmen.
Dabei geht es nicht darum, in der Hypnose eine bestimmte Ursache dafür zu finden, warum du dich selbst kleinmachst, oder dir ein besonders positives Bild von dir einzureden.
Vielmehr können wir darauf schauen, was du mit Anerkennung, Leistung, Sichtbarkeit und deinen eigenen Fähigkeiten verbindest, welche Erfahrungen oder Überzeugungen dabei möglicherweise eine Rolle spielen und was du für dich daraus erkennen kannst.
Denn du musst dich nicht für besser halten, als du bist.
Aber vielleicht musst du dich auch nicht länger kleiner machen, als du bist.
Möchtest du darüber sprechen?
Vielleicht hast du dich in diesem Artikel wiedergefunden. Wenn es dir schwerfällt, Lob anzunehmen oder deinen eigenen Wert zu erkennen, musst du diesen Weg nicht allein gehen.
In einem unverbindlichen Erstgespräch lernen wir uns kennen und schauen gemeinsam, welche Unterstützung für dich passend sein könnte.









